Gratwanderung zwischen Kitsch und Klischee

Kultur / 06.11.2019 • 18:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Alex Beer wurde für ihren Kriminalroman
Alex Beer wurde für ihren Kriminalroman „Der dunkle Bote“ ausgezeichnet. Ehm

Vorarlberger Autorin Alex Beer gewann zum zweiten Mal den Leo-Perutz-Preis.

Bregenz Die 1977 in Bregenz geborene und in Wien lebende Autorin Alex Beer hat bei der zehnten Verleihung des Leo-Perutz-Preises für Wiener Kriminalliteratur das Double geschafft. Nach 2017 („Der zweite Reiter“) gewann sie in der Wienbibliothek im Rathaus mit ihrem Kriminalroman „Der dunkle Bote“ zum zweiten Mal die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung. Erst vor wenigen Wochen hatte sie auch den österreichischen Krimipreis erhalten.

Kitsch und Klischee

„Einen Krimi über Wien zu schreiben, ist kniffliger als man denkt: Wien verlangt als Schauplatz eine Gratwanderung zwischen Kitsch und Klischee, der Wiener Dialekt erfordert ein sicheres Händchen. Alex Beer bewältigt diese Herausforderungen in ihrem Buch mit Bravour“, lobte die sechsköpfige Jury. Sie erzähle zwar auf Hochdeutsch, streue aber gekonnt und ungekünstelt Dialekt-Passagen ein. „Der dunkle Bote“ ist laut Jury der bisherige Höhepunkt im Schaffen von Alex Beer. Der Leo-Perutz-Preis wird von der Stadt Wien Kultur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gestiftet und mit Unterstützung der Bestattung Wien ausgerichtet. Im Vorjahr gewann Fritz Lehner mit „Nitro“.

Auf der diesjährigen Shortlist standen neben Beer auch Anne Goldmann („Das größere Verbrechen“), Beate Maly („Mord auf der Donau“), Melanie Raabe („Der Schatten“) und Heinrich Steinfest („Der schlaflose Cheng“).