Beeindruckende Werke im Bildraum Bodensee

Kultur / 07.11.2019 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bildraum Bodensee mit neuer Ausstellung.

Guido Kucsko und Manfred Makra zeigen „Between the window and the door“.

Bregenz Drei Räume mit Fenstern und Türen, zwei Künstler und zwei unterschiedliche Herangehensweisen. Und dennoch wirkt die Ausstellung „Between the window and the door“ im Bildraum Bodensee wie aus einer Hand. Das hat einerseits damit zu tun, dass beide Protagonisten, Guido Kucsko und Manfred Makra, minimalistisch, konzeptuell und ortsbezogen arbeiten und andererseits als „gemischter Satz“ bereits Übung haben.  

Guido Kucsko (1954) ist Konzeptkünstler und Jurist, Manfred Makras (1956) künstlerische Heimat ist das Tafel- und Wandbild, beide Künstler leben und arbeiten in Wien. Mit ihrer Schau in Bregenz schließen Kucsko/Makra an ihr erstes gemeinsames Projekt „Concepts in Dialogue“ vom vergangenen Jahr an. Die im Bildraum zu sehende Dokumentation dieses in Ping-Pong-Manier abgehaltenen, dialogischen Schlagabtauschs als Reagieren auf die Arbeit des jeweils anderen stimmt perfekt auf die Ausstellung und die teilweise für und vor Ort produzierten Werke ein.

Guido Kucsko greift mit Kasimir Malewitschs „Schwarzem Quadrat“, das 1915 den Nullpunkt der Malerei markierte, eine Ikone der Kunstgeschichte auf. Mehr als hundert Jahre später fragt er: Kann sich das schwarze Quadrat noch entwickeln? Wachstum lautet seine Antwort, bildhaft vorgeführt in seiner auf „143,5 %“ vergrößerten Version. Listig auch seine in ein Kuvert gesteckte Frage „Can a black rectangle be a message?“ und humorvoll die 10-teilige Werkreihe, in der ein Konzeptkünstler, Kucsko selbst mit Schalk im Gesicht, in einem türartigen schwarzen Loch zu verschwinden versucht.

In den Farben von Stadt und See

Den Raum zwischen Fenster und Tür aufzumachen, ist auch das Anliegen des Malers Manfred Makra. „Behind“, also hinter einer im 90 Grad Winkel zur Wand montierten Tür von Kucsko, eröffnet sich der Blick auf die drei Tafelbilder „Windows“ von Makra, die mit minimalen Farb- und Formverschiebungen spielen. Ansonsten finden seine malerischen Untersuchungen unmittelbar auf der Wand selbst statt, ausgehend von der Frage: Was bringt der Raum mit und was fehlt ihm, was könnte er noch brauchen? Im Bildraum war es die Farbe, die dem Künstler fehlte, und so holte er in seinen Farbcodes das Kolorit der Stadt, das Blau des Sees und das Grün der umgebenden Natur in die Ausstellung. Ruhig, reduziert und kontemplativ, durch zahlreiche Reisen nach Japan von der Zen-Ästhetik beeinflusst. Während Makra die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit der Dinge zelebriert, versucht Kucsko am Ende der Ausstellung der Magie des schwarzen Quadrats mit brachialen Mitteln Herr zu werden. Wenn durch-den-Fleischwolf-drehen und mit-der-Schere-zerschneiden nichts hilft, bleibt nur noch eines: das geliebt-gehasste Werk auf gut wienerische Art wegzubusseln.

Die Ausstellung im Bildraum Bodensee in Bregenz läuft noch bis 22. November