Wölfe, Schakale und scharfe Zähne in der Wexelstube Feldkirch

Kultur / 08.11.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kuratorin und Künstlerin Erika Lutz leitet seit elf Jahren die Ateliergemeinschaft „ARTquer“ in Frastanz.

Mit „Von Mäusen und Monstern“ feiert die ARTquer-Künstlergemeinschaft im Rahmen der Potentiale ihr elfjähriges Bestehen.

Tanja Schwendinger

Feldkirch Die enge Beziehung von Produkt und Gestalter steht ab heute wieder im Fokus der Potentiale. Doch die Feldkircher Plattform will weit mehr sein als nur eine Verkaufsmesse. Die interdisziplinäre Ausrichtung und die Erweiterung des Programms mit Vorträgen, Workshops, Filmen und Ausstellungen machen die Potentiale zu einem vielseitigen Ort der Begegnung.

Die Wexelstube, die Raum für temporäre Bespielungen bietet, ist auch in diesem Jahr Netzwerkpartnerin der Potentiale. Die integrative ARTquer-Künstlergemeinschaft unter der Leitung von Erika Lutz präsentiert dort zu ihrem elfjährigen Bestehen die Jubiläumsausstellung „Von Mäusen und Monstern“. Die Pädagogin und Künstlerin, die die Ausstellung gemeinsam mit Peter Niedermair kuratiert, begleitet die ARTquer-Künstler von Beginn an, fördert ihre kreative Energie, ihren gewieften Humor und ihre Kunst.

In der Wexelstube werden in wechselnden Formationen ältere und aktuelle Holzobjekte und Zeichnungen von elf Künstlern ausgestellt und verkauft, die in den letzten elf Jahren im ARTquer-Atelier in der Felsenau ihrer Kreativität freien Lauf gelassen haben. Auch Georg Fitz alias WolfGeorg, der seit Beginn das Atelier besucht und sich als Künstler schon längst einen Namen im Land gemacht hat, ist mit seinen tierischen Werken vertreten. Er selbst bezeichnet sich als „gefährlichsten Künstler Vorarlbergs“, schließlich sind Raubtiere, wilde Katzen, Wölfe, Hunde und Figuren aus der Mythologie seine ganz besondere Leidenschaft. Mittlerweile hat sich der Künstler aus Göfis seinen eigenen und unverkennbaren Stil angeeignet. Sein Markenzeichen: Spitze Zähne oder Stacheln aus Holz, die jedem seiner Kunstwerke eine animalische Note verleihen. Angst machen sollten seine Bilder und Holzskulpturen aber nicht, wie WolfGeorg gerne versichert. Vielmehr sollen die Tiere die Menschen beschützen.

Bei Uwe Filzmoser ist es die Vorliebe für Texte, Briefe und fremde Länder, die in seinen Kunstwerken sichtbar wird. Leon Wust hingegen lässt seiner künstlerischen Ader beim Zeichnen mit besonderen Farbgebungen freien Lauf. Künstlerin Lara Corradini drückt ihre Leidenschaft für Kinofilme in liebevollen Zeichnungen aus.

„Jeder, der kreativ arbeitet, merkt, wie gut es einem tun kann. Kunst hat etwas Reinigendes. In unserem Atelier können die Künstler ihr Potenzial voll entfalten“, sagt Erika Lutz und unterstreicht, dass die künstlerische Tätigkeit auch das Selbstwertgefühl stärkt. Begleitend zur Ausstellung wird ein Jubiläumsbuch, gestaltet vom preisgekrönten Grafiker Kurt Dornig, erscheinen, das am 8. Dezember präsentiert wird.

„Von Mäusen und Monstern“ Eröffnung im Rahmen der Potentiale: 8. November, 18 Uhr; bis 15. Dezember in der Wexelstube, Feldkirch.