Synagoge mit Elementen von Peter Zumthor errichtet

Kultur / 10.11.2019 • 20:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Fassadenhauptteil der neuen Synagoge in Konstanz. VN/cd
Fassadenhauptteil der neuen Synagoge in Konstanz. VN/cd

Konstanz Hervorragende Sakralbauten gehören zum Repertoire des Schweizers Peter Zumthor wie Museen, Büro- und Wohnanlagen. Der mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete Architekt, nach dessen Plänen in Vorarlberg das Kunsthaus Bregenz und das Werkraumhaus in Andelsbuch errichtet wurden, hat die Ziegel für die schöne Fassade der neuen Synagoge in Konstanz entworfen. Das jüdische Gotteshaus wurde dort am Sonntag eingeweiht.

Das Datum wurde im Gedenken an die Pogromnächte vor 81 Jahren gewählt, in denen, von den Nationalsozialisten gelenkt und organisiert, Synagogen niedergebrannt und Hunderte jüdische Mitbürger ermordet wurden. In Konstanz gingen SS-Leute gegen den einstigen Synagogen-Bau vor, steckten ihn in Brand und hinderten die Feuerwehr am Löschen.

Das neue Gebetshaus mit einem Hauptsaal und verschiedenen Versammlungsräumen wurde nun mitten im Zentrum in der Sigismundstraße errichtet. Wer am Samstag noch während der letzten Arbeiten an der Einrichtung vorbeikam, bemerkte den Polizeischutz, der beim Einweihungsakt noch erhöht wurde. Wenige Wochen nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle riefen Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und andere Redner dazu auf, den Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen. Die Einweihung der Synagoge verdeutliche die „Wiedererrichtung jüdischen Lebens in unserer Mitte“, sagte Kretschmann. „Wir begehen damit einen Triumph jüdischer Religiosität, unserer freiheitlichen Grundordnung und unseres interreligiösen Zusammenlebens über die Mächte von Hass und Gewalt.“

Das Gebäude ist markant und setzt allein schon von außen in seiner ansprechend hellen Gestaltung ein wichtiges Zeichen. VN