Kulturhauptstadt: So knapp war die Jury-Entscheidung

Kultur / 12.11.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Juryvorsitzende Cristina Farinha hat die Entscheidung am Dienstag in Wien verkündet. APA
Juryvorsitzende Cristina Farinha hat die Entscheidung am Dienstag in Wien verkündet. APA

Bad Ischl erhält den Titel. Die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea  Kaufmann berichtet von einer sehr knappen Entscheidung.

Christa Dietrich

Dornbirn, Wien Die Entscheidung wurde von der Juryvorsitzenden Cristina Farinha verkündet: Bad Ischl trägt im Jahr 2024 den Titel Kulturhauptstadt Europas. Alle drei österreichischen Bewerberstädte, also auch St. Pölten und Dornbirn, erhalten in etwa drei Wochen einen schriftlichen Report, in dem die Jury, besetzt mit zehn Experten aus verschiedenen EU-Staaten und zwei Österreichern, die Begründung mitteilt.

Abgesehen davon, dass, wie öffentlich bekundet, alle drei Bewerber sämtliche Kriterien erfüllen konnten, wurde bei der anschließenden kleinen Feier im direkten Gespräch mit Jurymitgliedern offenbart, dass die Entscheidung sehr knapp ausfiel. Im Gespräch mit den VN berichteten die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann und Projektleiterin Bettina Steindl, dass es eine sehr enge Wahl zwischen Bad Ischl und Dornbirn gewesen ist. In der zwölfköpfigen Jury, von der nur vier Personen die Bewerberstädte auch besucht hatten, habe es unterschiedliche Präferenzen und unterschiedliche Zugänge zu den Themen gegeben, was zu einer längeren Beratungszeit und schließlich zum knappen Ausgang führte.

Unterstützungssignal vom Bund

Andrea Kaufmann sprach auch von einem deutlichen Signal vonseiten des Bundes, die Umsetzung einzelner Projekte im Programm unterstützen zu wollen. Es könne nur ein Bewerber den Titel erhalten, aber die Programme seien so wertvoll, dass man sie nicht ad acta legen sollte.

„Das Land profitiert vom Prozess. Die verstärkte Zusammenarbeit der Gemeinden ist ein großes Thema.“

Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink

Für Dornbirn, Hohenems und Feldkirch ist das ohnehin nicht der Fall. In allen drei Städten wurde stets bekundet, dass man in Zukunft so oder so kooperieren wolle, um zukünftige Entwicklungen zu steuern. Landesrätin Barbara Schöbi-Fink brachte gegenüber den VN zum Ausdruck, dass das Land von der Art des Miteinanders profitieren könne. „Die verstärkte Zusammenarbeit der Gemeinden ist ein großes Thema. Natürlich schauen wir dabei auch auf das ganze Land.“  Man werde sich in den nächsten Wochen mit den Inhalten der Bewerbungsunterlagen auseinandersetzen und daraus Themen ableiten.

Das Dornbirn-plus-Büro wird, so Bgm. Andrea Kaufmann, noch eine Zeitlang in Funktion bleiben. Und eines stehe ohnehin fest: An der Errichtung eines Industriemuseums werde gearbeitet.