Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Ein mutiges Angebot

Kultur / 14.11.2019 • 08:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Auch „Don Quichotte“ von Jules Massenet, jene selten gespielte Oper, die im vergangenen Festspielsommer von Mariame Clément mit großem Aufwand und enormer erzählerischer Wirkung umgesetzt wurde, erweist sich wieder als Vorarlberger Exportartikel, kommt ans Theater in Darmstadt. Der Begriff mag angesichts eines Kunstwerks etwas despektierlich sein, aber für die Bregenzer Festspiele ist es nicht unerheblich, für die großen Indoor-Produktionen gelegentlich Abnehmer oder Produktionspartner zu finden. Dreimal stehen sie in Vorarlberg auf dem Spielplan. Eine längere Laufzeit vor Ort könnte nur das Publikum selbst bewirken.

Dass Intendantin Elisabeth Sobotka darauf pocht, die Umsetzung von Stücken, an die sie glaubt, zu verantworten, macht letztlich auch einen Teil ihres Erfolges aus. Obwohl die Wahl der Open-air-Oper – 2020 ist es wieder „Rigoletto“ – auch davon abhängt, ob sie derart viel Zugkraft hat, dass die Ausgaben wieder eingespielt werden können, gilt es daran zu arbeiten, dass die Festspiele auch international nicht vor allem über den See wahrgenommen werden. Im kommenden Jahr tritt dies in erfreulichem Ausmaß zutage. Neben „Nero“ von Arrigo Boito, einem Werk, das eine Besonderheit darstellt, und „Armida“ von Haydn sind gleich zwei Musiktheateruraufführungen im Programm. Eine wird definitiv weitergereicht, mit dieser, nämlich dem Werk von Lubica Cekovska, und mit jener des Vorarlbergers Alexander Moosbrugger machen die Festspiele ein wunderbar mutiges Angebot. Zugreifen!