Festspieljubiläum mit Handke-Uraufführung

Kultur / 14.11.2019 • 18:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Festspielteam mit Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Intendant Markus Hinterhäuser (Mitte). APA
Festspielteam mit Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Intendant Markus Hinterhäuser (Mitte). APA

Salzburg Die Salzburger Festspiele wollen 2020 zum 100-jährigen Bestehen starke Signale für Frieden, Menschlichkeit und Toleranz setzen. Im Zentrum des Programms stehe unter anderem die Hoffnung auf die Veränderbarkeit der Welt durch eine solidarische Gesellschaft. So werde mit Luigi Nonos revolutionärer Nachkriegsoper „Intolleranza“ das „Werk der Stunde“ präsentiert, sagte Intendant Markus Hinterhäuser. Das Stück sei eines der gewaltigsten Manifeste für eine neue Welt, in der Recht, Empathie, Nächstenliebe und Toleranz herrschen, so Hinterhäuser. Dirigiert wird das Werk von dem Neue-Musik-Spezialisten Ingo Metzmacher.

Vier Neuinszenierungen

Künstlerische Ausrufezeichen sollen vier Neuinszenierungen in der Opernsparte setzen. Sopranistin Anna Netrebko singt die Titelrolle in Puccinis Oper „Tosca“. Auf dem Programm steht auch Mozarts Oper „Don Giovanni“ mit Teodor Currentzis am Pult, inszeniert von dem italienischen Künstler Romeo Castellucci. Sie wurde 1922 als erste Oper bei den Festspielen aufgeführt. Außerdem zeigt man die monumentale russische Choroper „Boris Godunow“ von Modest Mussorgsky unter Star-Dirigent Mariss Jansons.

Auf der Theaterbühne folgt mit „Zdenek Adamec“ die Uraufführung eines neues Stücks von Literaturnobelpreisträger Peter Handke. Darin geht um einen 19-jährigen Tschechen, der sich 2003 aus Verzweiflung über die gesellschaftlichen Verhältnisse auf dem Prager Wenzelsplatz anzündete. Das lang geplante Projekt biete eine ideale Gelegenheit, sich mit dem dramatischen Werk Handkes auseinanderzusetzen, meinte Schauspielchefin Bettina Hering.

Roter Faden im Konzertprogramm ist Beethoven, dessen 250. Geburtstag gefeiert wird. So wird der Pianist Igor Levit alle Beethoven-Klaviersonaten interpretieren. Ricardo Muti wird eine Aufführung der 9. Symphonie mit den Wiener Philharmonikern dirigieren. Der Vorarlberger Manfred Honeck tritt mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra auf. Insgesamt bieten die Festspiele 222 Aufführungen an 15 Spielstätten.