Mögliche Wandarbeit von Dürer im Stephansdom

Kultur / 15.11.2019 • 19:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wissenschaftler beschäftigen sich mit einer Unterzeichnung im Stephansdom.APA
Wissenschaftler beschäftigen sich mit einer Unterzeichnung im Stephansdom.APA

Eine Zeichnung, die bei Restaurierungen auftauchte, ist höchst qualitätsvoll.

Wien Hat Albrecht Dürer im Wiener Stephansdom eine Wandzeichnung angefertigt? Dieser Vermutung gehen Wissenschafter nun nach. Fest steht, dass die Zeichnung, die bei Restaurierungsarbeiten an der Nordseite des Doms gefunden wurde, höchste Qualität aufweist und aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt. „Die Qualität erinnert an Dürer“, erläutert Bernd Euler-Rolle, Fachdirektor im Bundesdenkmalamt (BDA). Eine sichere Zuschreibung zu Albrecht Dürer sei eine Herausforderung, denn schließlich gebe es keinerlei Aufzeichnungen, dass der Alte Meister je in Wien gewesen sei. Vielmehr sind es eine Reihe von Indizien, die das Forscherteam zu der Theorie verleiten.

Zur Erhaltung und Erschließung des Werks hat die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamts im Zusammenwirken mit der Dombauhütte St. Stephan ein Forschungsprojekt realisiert. Erwin Pokorny, der als Dürer-Spezialist auch am Katalog zur aktuellen Ausstellung der Albertina mitarbeitete, sieht in der Zeichnung ein eigenhändiges Werk von Dürer. „Die Frage ist nicht ob, sondern wann er in Wien war. Die virtuose Pinselführung lässt eindeutig seine Handschrift erkennen.“ Der Kunsthistoriker Michael Rainer stellt fest: „In Sandrarts Biografie von Dürer befiehlt Kaiser Maximilian I. dem Künstler, dass er ‚ihm etwas Großes auf die Mauer abzeichnen soll‘.“