Die Eiskönigin kehrt auf die Kinoleinwand zurück

Kultur / 21.11.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Disney setzt das Abenteuer der Schwestern Anna und Elsa fort. Natürlich sind in „Die Eiskönigin 2“ auch Kristoff, Rentier Sven und Schneemann Olaf dabei. AP

Gut abgestimmter Slapstick trifft in Disneys „Die Eiskönigin 2“ auf große Emotionen.

Animationsfilm Fast auf den Tag genau nach sechs Jahren erobern die Schwestern Elsa und Anna in „Die Eiskönigin 2“ wieder die Kinoleinwand. Die durchaus gelungene Fortsetzung des Disney-Erfolgsfilms, der sich lose an Hans Christian Andersens Märchen orientiert, verknüpft erneut mythische Motive und eingängig kitschige Songs.

Eine mit Zauberkräften ausgestattete Prinzessin, ihre selbstbewusst aufmüpfige Schwester, ein gutmütiger Eisverkäufer mit Rentierkumpan und schließlich ein zum Leben erweckter Schneemann: Mit „Die Eiskönigin“ (im Original „Frozen“) brach der Unterhaltungsriese Disney nicht nur diverse Rekorde, spielte das Animationsabenteuer doch rund 1,3 Mrd. Dollar im Kino ein. Zudem sorgten Elsa und Co bei vielen Eltern wohl für schlaflose Nächte, gab es doch einen unglaublichen Andrang auf das Merchandise und trällerten kleine (wie sicher auch große) Kinder eifrig den Titelsong „Lass jetzt los“.

Mit ihren Wurzeln konfrontiert

Wirklich geändert wurde diese Rezeptur vom Regieduo Jennifer Lee und Chris Buck nicht. Wie für eine Weitererzählung üblich, hat man einzig an gewissen Schrauben gedreht und sich neue, ziemlich eindrucksvoll in Szene gesetzte Schauwerte gesucht. Denn das Königreich Arendelle mag zwar zur Ruhe gekommen sein, doch Eiskönigin Elsa ist es nicht, hört sie doch immer wieder eine Stimme, die sie zu rufen scheint. Hat das vielleicht mit einer Geschichte ihrer Eltern von Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftgeistern sowie einem verwunschenen Wald zu tun? Schnell wird klar, dass nicht nur die Menschen in Arendelle gerettet werden müssen, sondern Elsa und Anna mit ihren Wurzeln konfrontiert werden.

So viele Wendungen und Zwischensequenzen „Die Eiskönigin 2“ auch bieten mag, im Kern steckt natürlich die Botschaft von Liebe und Gemeinschaft. Auf ihrem Weg durch das verzauberte Unterholz und darüber hinaus treffen Elsa und Anna unter anderen auf das Volk der Northuldra, einen putzigen Feuersalamander und mächtige Steinriesen. Was sie vom Verlassen des Waldes abhält und auch Arendelle bedroht, scheint tief in der königlichen Familie verwurzelt. Folglich werden die Schwestern auf die Probe gestellt, in ihrer Aufopferung füreinander und für den „richtigen Weg“. Und so ganz nebenbei wird anhand des tollpatschigen Schneemanns Olaf das Erwachsenwerden mit all seinen Fallstricken durchdekliniert.

Trailer zu „Die Eiskönigin 2“

In vielen Momenten fühlt es sich wie ein Best-of aus Sagen und Disney-Abenteuern an. Gut abgestimmter Slapstick trifft auf große Emotionen, die Musik (Christophe Beck war für den guten Ton zuständig) untermalt nach allen Regeln der Kunst Sequenzen, die auf die Tränendrüse drücken. Und wenn Rentierflüsterer Kristoff mit seinen Tieren zur Kuschelrock-Ballade anhebt, bleibt wohl aus anderem Grund kein Auge trocken.

Ohnehin muss man den Songwritern Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez ein Kompliment aussprechen, wie sie den ersten Teil zitieren, ohne sich selbst zu kopieren. Der eine oder andere Ohrwurm ist jedenfalls dabei.

Wer für eine gute Portion Herzschmerz nicht zu haben ist, sollte wohl um den Film einen großen Bogen machen. Aber ob man diesem Universum aus Schnee und Nächstenliebe wirklich entkommen kann, bleibt angesichts der anstehenden Weihnachts- und damit Geschenkzeit zu bezweifeln. Wer sich aber einlässt auf die Geschichte von Selbstermächtigung und Vergangenheitsbewältigung, wird belohnt.

Die Eiskönigin 2

Regie: Jennifer Lee, Chris Buck

Synchronsprecher Deutsch: Hape Kerkeling, Willemijn Verkaiks, Dina Kürten, Lara Loft, Leonhard Mahlich

Start: 20. November