Handke hat eine „Idee von Versöhnlichkeit“

Kultur / 22.11.2019 • 19:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Weitere Fragen blieben offen. Handke beendete das Gespräch mit der APA abrupt. apa
Weitere Fragen blieben offen. Handke beendete das Gespräch mit der APA abrupt. apa

Paris Peter Handke hat seine Nobelpreisrede bereits abgegeben. Sein erster offizieller Termin in Stockholm ist am 6. Dezember eine Pressekonferenz. In seiner Rede, die er am 7. Dezember hält, wird Handke aus seinem 1982 uraufgeführten dramatischen Gedicht „Über die Dörfer“ zitieren sowie eine Andeutung jener „zwei, drei Geschichten, die mir vielleicht noch vergönnt sein werden“, geben. Diese werden von Familie handeln, sagt er. „Ich nenne mich immer Familienmensch. Das ist natürlich auch ein frommer oder herzlicher Wunsch, aber mein ganzes Träumen geht eigentlich nur um Familie. Es geht dabei aber auch um die Toten.“ Peter Handke hatte davon gesprochen, der Nobelpreis werfe ein willkommenes „Zusatz-Licht“ auf sein Schaffen. Die Schatten, die durch die wieder aufgeflammte Diskussion über seine Haltung zum Jugoslawien-Krieg entstanden sind, seien vorübergehend, glaubt der Dichter.

Anders als diese Diskussionen werden seine Aufsätze, Essays, Reiseberichte, Reflexionen und Erzählungen zu Jugoslawien Bestand haben, ist sich der Nobelpreisträger sicher: „Wenn irgendetwas bestehen bleiben wird von Geschriebenem zu diesen vom Westen verantworteten Kriegen, wenn da irgendwas bleiben wird, dann werden das meine Sachen sein.“ Diese Texte müssten gelesen werden „im Rhythmus meiner anderen Sachen. Ich wünsche mir, dass man das darf und nicht sofort geschmäht oder als Irrwitziger angesehen wird, wenn ein Mensch wie ich versucht, mit Sprache, mit Rhythmus Relationen zu setzen. Das ist Literatur.“ Für Handke ist das Thema abgehakt. „Ich habe es ein bisschen satt darüber zu reden, denn es gibt für mich im Grunde nichts zu sagen. Ich werde aber agieren ab und zu. Ich stelle mir einiges vor, was ich machen könnte – das werden Sie vielleicht noch erleben. Nichts Böses. Vielleicht, dass mir eine Idee von Versöhnlichkeit kommt.“