Das Publikum sitzt womöglich inmitten von Orgelpfeifen

Kultur / 29.11.2019 • 19:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Künstlerin Flaka Haliti wird eine eigens gebaute Orgel in ihr Bühnenbild für „Wind“ von Alexander Moosbrugger integrieren. BF/Köhler
Die Künstlerin Flaka Haliti wird eine eigens gebaute Orgel in ihr Bühnenbild für „Wind“ von Alexander Moosbrugger integrieren. BF/Köhler

Festspiele und KUB boten weitere Informationen zur Uraufführung der Oper „Wind“.

Bregenz Die Einblicke, die vor der Uraufführung der Oper „Wind“ des Vorarlbergers Alexander Moosbrugger eine Teilhabe am Entstehen einer Bühnenproduktion gewähren, sind so spannend, dass jüngst eine vergleichsweise große Zuhörerschar ins Kunsthaus kam. „Nicht nur die musikalischen Möglichkeiten einer Orgel inspirieren mich für meine Komposition, sondern auch Musik zwischen Renaissance und Barock“, erläuterte Moosbrugger. Bariton und Countertenor Hagen Matzeit, der die Figur des Poliphilo in „Wind“ singen wird und Theorbenspieler Johannes Ötzbrugger sorgten mit ihren Darbietungen für ein immer konkreter werdendes Bild der entstehenden Oper. Einen exklusiven Einblick in erste Überlegungen, wie der Raum für die Oper aussehen könnte, bot Flaka Haliti im Gespräch mit dem Dramaturgen Olaf Schmitt. Herausfordernd sei die Idee, eine Orgel zu integrieren, sagte die bildende Künstlerin. Für den Organisten Moosbrugger spielen die schwebenden Klänge der Orgel in seinen Kompositionen eine besondere Rolle. In Zusammenarbeit mit der Firma Rieger-Orgelbau sollen Orgelpfeifen von der Decke der Werkstattbühne hängen und so „das Publikum umarmen“. Die Künstlerin betonte, dass diese Idee möglicherweise noch verändert wird. Festspielintendantin Elisabeth Sobotka und KUB-Direktor Thomas Trummer meinten, dass sie sich als Mutter und Vater des Opernateliers empfinden. Von Träumen und ihren oft erstaunlichen Fantasien erzählt auch das faszinierende Buch „Hypnerotomachia Poliphili“ aus dem Jahr 1499, das die Vorlage bietet. Die Suche nach seiner geliebten Polia führt Poliphilo in wundersame Gärten und faszinierende Gebäude, die in 172 Holzschnitten dargestellt werden. Die Traumschilderungen bieten Flaka Haliti reichhaltige Inspirationsquellen.

Die Uraufführung der Oper „Wind“ von Alexander Moosbrugger findet am 19. August 2020 statt. Im Frühjahr wird zu einem weiteren Einblick geladen.