Ein Stardirigent, der keine Allüren hatte

Kultur / 01.12.2019 • 18:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Jansons stand mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Concertgebouw Orchester in Amsterdam zwei der renommiertesten Klangkörpern der Welt vor. apa
Jansons stand mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Concertgebouw Orchester in Amsterdam zwei der renommiertesten Klangkörpern der Welt vor. apa

Große Trauer um den Ausnahme-Dirigenten Mariss Jansons – auch in ­Vorarlberg.

München Der lettische Stardirigent Mariss Jansons ist in der Nacht auf Sonntag 76-jährig in St. Petersburg an Herzversagen gestorben. Seit 2003 stand er an der Spitze des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. „Wir sind unfassbar traurig“, heißt es auf dessen Internetseite. Jansons, der auch für das Bregenzer Festspielpublikum kein Unbekannter ist, gehörte zu den renommiertesten Dirigenten seiner Generation und war gleichzeitig unter den „Stardirigenten“ eine, der praktisch keinerlei Starallüren hatte. Er kämpfte schon seit Jahren mit gesundheitlichen Problemen, zuletzt musste er Konzerte mit den Wiener Philharmonikern absagen.

Als überaus gefragter Gastdirigent hat er mit praktisch allen bedeutenden Orchestern der Welt zusammengearbeitet. Dazu gehörten die Wiener Philharmoniker, deren Neujahrskonzert Jansons 2006, 2012 und zuletzt 2016 leitete. Einen letzten großen Triumph feierte der Lette mit den Wienern im Vorjahr bei den Salzburger Festspielen, als er Tschaikowskys „Pique Dame“ bei den Festspielen dirigierte. Nächstes Jahr, zum 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele, hätte Jansons dort „Boris Godunow“ dirigieren sollen. Der Vorarlberger Dirigent und Chef des Pittsburgh Symphony Orchestra, Manfred Honeck, schrieb auf Facebook von „einem enormen Verlust in der Welt der Klassik-Musik und für mich persönlich“. Von 1997 bis 2004 war Mariss Jansons musikalischer Direktor in  Pittsburgh. VN-TAS