Heimat bist du großer Berge

Kultur / 05.12.2019 • 19:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Jahreszeit entsprechend sind es vor allem Winterbilder, die der Dornbirner Künstler ausstellt. ag
Der Jahreszeit entsprechend sind es vor allem Winterbilder, die der Dornbirner Künstler ausstellt. ag

Der Dornbirner Maler Rudl Lässer zeigt in seiner Galerie L „VORARLBERG(E)“.

DORNBIRN Das Aquarell bildet nach wie vor den Schwerpunkt im künstlerischen Schaffen von Rudl Lässer. Für die aktuell in seiner Galerie L präsentierte Werkauswahl „VORARLBERG(E)“ hat der Maler einige Gipfel erklommen, etliche Höhenmeter erwandert und war mit Skiern und Schneeschuhen im Ländle unterwegs. Immer auf der Suche nach dem perfekten Standpunkt, nach dem einen Blickwinkel, der das ausgewählte Motiv von seiner besten Seite zeigt.

Winterweiß

Der Jahreszeit entsprechend sind es vor allem Winterbilder, die der 1952 geborene Dornbirner Künstler nun ausstellt. Geschickt mit dem Blattweiß und im großen Format arbeitend, stellt er seine Könnerschaft und lange Erfahrung als Aquarellist einmal mehr unter Beweis – in duftigen, lichtdurchlässigen Blättern, je nach Tageslicht und Stimmung auch in kräftigen Farbtönen, zwischen Auflösung und Begrenzung agierend. An den „VORARLBERG(EN)“ habe ihn die Darstellung der dramatischen Gebirgsszenerie unseres Landes im XL-Format gereizt, so Rudl Lässer, der nach eigenem Bekunden „schon immer von den komplizierten Dingen im Leben angezogen“ wurde. So stellt die Aquarellmalerei seine Lieblings- und zugleich die Königsdisziplin dar. Wann immer möglich, entstehen die Arbeiten im Freien, unmittelbar vor dem Motiv als Pleinairmalerei und ein „Aquarell-Notfallset“ ist auch auf Reisen stets dabei.

Kunstgriffe

Obschon Lässer nah an der geschauten Realität bleibt, wendet er einige Kunstgriffe an. Dazu zählen die Farbspritzer, die einerseits beim schnellen Arbeiten passieren und andererseits bewusst gesetzt sind, um farbliche Verbindungen zu schaffen. Oder das allzu dominante Haus im Bildvordergrund, das – um dem eigentlichen Motiv nicht die Schau zu stehlen – beinahe transparent dargestellt ist. Und da wäre auch noch der strahlend blaue Winterhimmel, dem sich der Künstler verweigert. Statt auf simples Blau setzt er auf Lichtstrahlen, die wie Scheinwerfer den Blick lenken und die Dramatik noch einmal überhöhen.

Ergänzt werden die Winterbergbilder durch Tal- und Stadtlandschaften – ein Blick aufs nächtliche Rheintal, blühende Iris im Bangser Ried oder das geschäftige Treiben auf dem Dornbirner Marktplatz. Aber es wohnt nach wie vor eine zweite Seele in der Brust des Rudl Lässer. So gönnt sich der Künstler auch „Erholung“ vom Aquarell, das kaum Korrekturmöglichkeiten bietet, Disziplin und höchste Konzentration und eine sichere Hand verlangt: Bei malerischen Ausflügen in die Ölmalerei drängt er das Gegenständliche zugunsten des Expressiv-Gestischen zurück und lebt sein Temperament aus. AG

Die Ausstellung ist in der Galerie L, Dornbirn, bis 15. Dezember geöffnet, Fr 17 bis 19 Uhr, So 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung 0660/6852778.