Orchesterverein Götzis: Ein Konzert wie ein barocker Tanz

Kultur / 09.12.2019 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Orchesterverein Götzis lädt traditionell im Advent zum Konzert. ORCHESTERVEREIN

Mit Werken von Brescianello, Vivaldi, Halverson und Grieg und zwei großartigen Solisten begeisterte der Orchesterverein Götzis.

Götzis Der Advent ist vollgestopft mit Terminen und viele davon sind Pflicht, dann gibt es Termine, die Genuss bringen und in festliche Stimmung versetzen. Das Konzert des Orchestervereins muss zu letzteren gezählt werden. Markus Ellensohn, künstlerischer Leiter und Konzertmeister, ist es gelungen, ein rundes und stimmungsvolles Programm zu kreieren. Den programmatischen Bogen – Barock zwischen Venedig und Oslo – spannt er geschickt mit im Geiste verwandten Stücken, die dem rund dreißigköpfigen Orchester die Möglichkeit geben, sein Können zu demonstrieren und zudem zwei großartige Solisten – Laida Alberdi (Violine) und Alexandr Karakhanyan (Violoncello) – ins Zentrum rücken.

Perfektes Zusammenspiel

Mit Guiseppe Antonio Brescianellos Symphonie Nr. 5 in F-Dur versetzt das Orchester die Zuhörer vollkommen in die Zeit des Barocks. Die Feinheiten der Komposition werden gemeinsam konsequent herausgearbeitet und unterstreichen, wie das Orchester als ein nahe der Perfektion zusammenspielender Klangkörper harmoniert. Das Orchester verschmilzt fast zu einem wohlklingenden Instrument, das die Barocke Komposition gefühlvoll zum Tanzen, Schreiten und Wiegen bringt.

Mit Antonio Vivaldis Konzert für Violine, Violoncello und Orchester in B-Dur werden die Solisten des Abends vorgestellt. Der Orchesterverein hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, jungen talentierten Musikern eine Bühne zu geben. Violoncellist Alexandr Karakhanyan war bereits mehrfach Gastsolist. Für Violinistin Laida Alberdi war das sonntägliche Konzert der erste Soloauftritt beim Orchesterverein. Eine Premiere, die überzeugte. Die beiden Solisten lassen das Stück gemeinsam mit dem Orchester zu einem himmlischen Gesang der Instrumente werden.

Johan Halvorsens Passacaglia in g-moll für Violine und Violoncello überlässt dann die Bühne gänzlich den beiden Solisten. Hervorragend, wie sie die Theatralik dieses Werkes erklingen lassen und das Stück zu einem gesprächsartigen Austausch zwischen den Instrumenten wird.

Das Kammerkonzert endet mit Edvard Griegs „Aus Holbergs Zeit“ Suite im alten Stil in G-Dur. Die Virtuosität des Orchesters lässt die Zuhörer gänzlich in der von Grieg erschaffenen barock-romantischen Welt versinken. Hier erhebt sich das Gefühl über alles. Der richtige Schlusspunkt für ein einmaliges, adventliches Konzert. Ursula Fehle