Das Großkalibrige bleibt

Kultur / 12.12.2019 • 21:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das diesjährige Programm beendet Thomas Häusle mit Bruno Gironcoli, dessen Arbeiten noch bis 23. Februar zu sehen sind. VN/KH
Das diesjährige Programm beendet Thomas Häusle mit Bruno Gironcoli, dessen Arbeiten noch bis 23. Februar zu sehen sind. VN/KH

Der Kunstraum Dornbirn konnte auch die Zahl der Besucher auf über 20.000 erhöhen.

Dornbirn Der Österreicher Werner Reiterer ist vielleicht noch nicht jedermann bekannt, wenn der aus Graz stammende Künstler (geb. 1964) auftritt, ist die Überraschung aber so gut wie garantiert. Er wird auch in Dornbirn „alle Vorstellungen von einer herkömmlichen Ausstellung sprengen“, verspricht Thomas Häusle im Gespräch mit den VN. Der Kunstraum-Leiter hat das Programm für das kommende Jahr komplettiert. Als Sensation ist es zu werten, dass es ihm gelungen ist, Joep van Lieshout mit seinem Atelier zu engagieren. Das weltweit bekannte niederländische Künstlerkollektiv hält sich seit Jahren an der Spitze der Liste jener, die in der Tat am Schnittpunkt von Architektur, Kunst und Design angesiedelt sind und dabei auch noch gesellschaftspolitisch agieren bzw. wichtige Statements liefern. Es spricht für Joep van Lieshout, dass er gebeten habe, möglichst spät entscheiden zu dürfen, was in Dornbirn gezeigt wird. Dass eine Arbeit bzw. Installation entsteht, die dem Raum, dieser ehemaligen Montagehalle, entspricht, versteht sich von selbst.

Die deutsche Künstlerin Alexandra Bircken (geb. 1967) hat sich bereits mit jeweils raumfüllenden Arbeiten etabliert. Mit Spannung ist zu erwarten, wie und ob sie im Umfeld eines Parks und des Museums inatura den biologischen Aspekt, der ihrem Werk meist innewohnt, berücksichtigt. Claudia Comte (geb. 1983), die Schweizer Künstlerin, die „gerade einen erfolgreichen Weg geht“ (Häusle), zitiert und hinterfragt gerne Kunstepochen und/oder Mechanismen in der Kunst und wird eigens ein Werk für Vorarlberg schaffen.

Dem Kunstraum steht lediglich ein Gesamtbudget in der Höhe von rund 300.000 Euro zur Verfügung. „Eine finanzielle Gratwanderung“ nennt Häusle die Herausforderung, dabei auch stets Kunstvermittlung anbieten zu können. Unweit der erwähnten inatura habe man diesbezüglich einen „Idealzustand“ erreicht. Gut 20.000 Besucher, darunter viele Familien, wird man Ende des Jahres angezogen haben. Rückmeldungen aus der österreichischen Künstlerschaft freuen Häusle zudem besondes. Man möchte in Dornbirn ausgestellt haben, heißt es.

„Wir haben in unserer Kunstvermittlungsarbeit einen Idealzustand erreicht.“

Kunstraum Dornbirn 2020

Werner Reiterer (A)

Eröffnung 12. März

Atelier van Lieshout (NL)

Eröffnung 4. Juni

Alexandra Bircken (D)

Eröffnung 10. September

Claudia Comte (CH)

Eröffnung 26. November