Eine Architektur-Pionierin

Kultur / 20.12.2019 • 20:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Über die Österreicherin Margarete Schütte-Lihotzky gibt es noch sehr viel zu erfahren.

Biografie Ihr 100. Geburtstag 1997 wurde mit einem großen Fest im Museum für angewandte Kunst gefeiert, bei dem sie mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl einen Walzer aufs Parkett legte. Die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) war eine eindrucksvolle Erscheinung und eine Pionierin: die erste weibliche Architekturstudentin in Österreich und als Erfinderin der Frankfurter Küche die erste Architektin, die sich in ihrer Arbeit zentral mit dem Alltag der Frauen auseinandersetzte. Zu ihren zentralen Arbeiten zählen Wohnbauten. Sie wurde Kommunistin, entging als aktive NS-Gegnerin nur knapp der Hinrichtung und äußerte sich bis ins hohe Alter gegen rassistische Tendenzen in der Politik.

Alle wesentlichen Etappen

„Architektin – Widerstandskämpferin – Aktivistin“ lautet daher der Untertitel der mit vielen Fotos sehr ansprechend gestalteten neuen Biografie von Mona Horncastle, die nun alle wesentlichen Etappen dieses außergewöhnlichen Lebens, von Wien über Frankfurt und die Sowjetunion bis nach China und in die Türkei, nachzeichnet.

„Es ist sicherlich die Übereinstimmung von beruflichem Handeln, privatem Interesse, sozialem Bewusstsein und politischem Engagement, die Margarete Schütte-Lihotzky auszeichnete und insofern bemerkenswert war, als dass sie mit ihrem Einsatz, ob architektonisch oder politisch, stets die Absicht verband, den sozial Schwächsten der Gesellschaft zu dienen“, schreibt Architekturprofessorin Uta Graff in ihrem Nachwort.

„Margarete Schütte-Lihotzky. Architektin – Widerstandskämpferin – Aktivistin“, Mona Horncastle, Molden Verlag, 304 Seiten.