Kulturbudget bietet nur einen kleinen Lichtblick

Kultur / 20.12.2019 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Kunstvermittlung und so niederschwellige Projekte wie die Lichtstadt Feldkirch stehen im Fokus.VN/KH

Stagnation bei den Kulturhäusern, kleine Summen für kleine Projekte: Kulturbudget steigt 2020 nur um 1,6 Prozent.

Christa Dietrich

Bregenz Anfang November, als Barbara Schöbi-Fink als erste Landesstatthalterin und für Bildung und Kultur zuständige Landesrätin angelobt wurde, war das Kulturbudget mit ihrem Vorgänger Christian Bernhard an sich schon ausverhandelt. Nach Jahren, in denen das Kulturbudget des Landes jeweils deutlich oder zuletzt zumindest noch passabel erhöht wurde, ist sie nun die Überbringerin der nicht so guten Botschaft. Im Jahr 2020 steigt die Summe, die mittlerweile gut 24 Millionen Euro beträgt, nämlich nur um 1,6 Prozent. Nachdem die Beschränkung nicht nur die Kultur, sondern alle Ressorts betrifft, kann sie damit leben, rechtfertigt sie sich im Gespräch mit den VN.

„Das Kulturbudget ist herausfordernd, weil an sich zu wenig Geld da ist für die vielen Projekte.“

Barbara Schöbi-Fink, Landesstatthalterin

Diese Festlegung bedeute aber eine Herausforderung, weil es sehr viele gute Projekte gibt und der größte Teil der Summe ohnehin in die Finanzierung bestehender Unternehmen, das sind vor allem die Kulturhäuser in Bregenz, fließt. Diese müssen nun aber damit rechnen, dass für sie das Vorjahresbudget im Jahr 2020 so gut wie nicht ansteigt. Besonders betroffen von dieser Sparmaßnahme ist das Landestheater, das sich im Vergleich zum Kunsthaus und dem Vorarlberg Museum unter der neuen Intendantin Stephanie Gräve in einem Entwicklungsprozess befindet. Es habe sie nicht überrascht, dass die Einrichtung am Kornmarkt an sich ein höheres Budget benötigt, gibt Schöbi-Fink zu verstehen, spürbar mehr sei momentan aber nicht drin. Nicht betroffen von den Sparmaßnahmen seien lediglich die notwendigen Nachjustierungen bei der Infrastruktur. Die Beträge dafür kommen aber vom Hochbauressort. 2020 ist somit das Jahr, in dem es im Kulturbereich nur in kleinen Schritten vorangeht.

Mehr für die Kunstvermittlung

Die Landesstatthalterin will auf jeden Fall die bestehenden Kunstvermittlungsprojekte fördern und diese nach Möglichkeit ausbauen. Gerade weil es ein niederschwelliges Projekt ist, mit dem viele Menschen für zeitgenössische Kunst zu interessieren sind, unterstützt das Land heuer auch wieder die Lichtstadt in Feldkirch. Ihre Aufzählung sei weder vollständig noch wertend, aber auf der Aufgabenliste stehen beispielsweise auch das neue Literaturhaus in Hohenems, das Magazin 4 in Bregenz, der Walserherbst im Oberland und überhaupt Initiativen südlich des Kummenbergs sowie die Neuausrichtung des Palais Liechtenstein und die Entwicklung der Museumslandschaft bis ins Kleinwalsertal und zu den Barockbaumeistern im Bregenzerwald.

Industriemuseum

Die Errichtung eines Industriemuseums ist schon lange ein Thema. Schöbi-Fink will aber vor der Standortfrage die konkreten Inhalte eines solchen Hauses erörtern. Noch im ersten Quartal sollen sich die Verantwortlichen in den Städten und Regionen an einen Tisch setzen, um Kooperationen zu konkretisieren. Jene positive Energie, die sich im Zuge der Bewerbung um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2024 gezeigt hat, soll nun, nachdem Vorarlberg nicht zum Zug kam, genutzt werden, und zwar nicht nur in den drei Bewerberstädten Dornbirn, Hohenems und Feldkirch, sondern quasi flächendeckend im ganzen Land.