Tschechow einmal frisch geduscht

Kultur / 20.12.2019 • 22:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Sona MacDonald mit Claudius Stolzmann im „Kirschgarten“. APA
Sona MacDonald mit Claudius Stolzmann im „Kirschgarten“. APA

„Der Kirschgarten“ als Lichtblick in der Theaterszene der Bundeshauptstadt.

Wien In Zürich verankerte man Tschechows „Kirschgarten“ gerade in einer Reha-Klinik, im Theater in der Josefstadt kommt der Klassiker von einer Gesellschaft, die sich viel zu langsam bewegt, erstaunlich aufpoliert daher. Beides ist nachvollziehbar, behagt nicht allen, ist aber vor allem im Wiener Fall ein Zeichen dafür, dass auch in der Josefstadt die Zeit nicht stehen geblieben ist.

Verantwortlich für diesen frisch geduschten Tschechow ist Amélie Niermeyer, die sich im deutschsprachigen Raum auch als Opernregisseurin empfiehlt. Musikalische Elemente, das heißt Songs von Ian Fisher, erweisen sich als stücktragend, unterlegen sie doch die aufgebrachte, ihrer Existenzgrundlage beraubte Sippe mit einem unaufgebrachten Sound. Dumm gelaufen, wenn der Zug aufgrund neuer wirtschaftlicher Verhältnisse abgefahren ist. Perfekt, wie die Tragik nur mit leichten Verlusten an Poesie vielschichtig aus dem Ensemble heraus entwickelt wird. VN-cd

Weitere Vorstellungen von „Der Kirschgarten“ im Theater in der Josefstadt bis Ende Jänner Jänner: www.josefstadt.org