Vorarlberger Künstlerin mischt Wiener Schau auf

Kultur / 22.12.2019 • 19:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Herrendiener-Objekt von Uta-Belina Waeger in der Thonet-Ausstellung.MAK/Mayer
Herrendiener-Objekt von Uta-Belina Waeger in der Thonet-Ausstellung.MAK/Mayer

Mit einem Herrendiener stellt Uta-Belina Waeger klar, dass Frauen zu Möbeln viel zu sagen haben.

Wien, Dornbirn Oben ein schma­les Feinripp-Leibchen und unten recht ausladende Boxershorts: Ironie ist der bekannten Vorarlberger Künstlerin Uta-Belina Waeger nicht fremd und das können die Besucher im Wiener Museum angewandter Kunst (MAK) nun auch nachprüfen. In der groß aufgezogenen Schau „Bugholz Vielschichtig“, in der nicht nur die Pionierleistung der Firma Thonet in Sachen Bugholzmöbeln aufgezeigt wird, sondern auch deren Einfluss auf Designer verschiedener Epochen, kommen auch einige Künstlerinnen und Künstler zu Wort. Neben Uta-Belina Waeger sind das Bruno Gironcoli und Birgit Jürgenssen. Weil bald klar war, dass ihr Werk in den Dialog mit dem nahezu legendären Frauenschuh-Objekt von Jürgenssen treten wird, sollte es ein Herrendiener werden. Das Leibchen ist vergilbt, die Hose verschwitzt und die Krawatte ein Relikt aus den 1970er-Jahren. Herrendiener wurden jene Kleiderständer genannt, die – man kennt sie noch – mit breiten Bügeln für Sakko und Hemd, einer Stange für die Hose und eine Ablage für die Manschettenknöpfe ausgestattet waren.

Mittlerweile haben sie ausgedient oder sind in der Form ein Relikt aus der Vergangenheit. Beständig ist hingegen das praktische Bugholz. Uta-Belina Waeger zeigt es und erntete bereits so viel Anerkennung dafür, dass sie eine Einladung für eine Ausstellung im kommenden Jahr im deutschen Thonet-Museum Boppard erhielt. VN-cd

Die Ausstellung „Bugholz Vielschichtig“ ist bis 13. April im Museum angewandter Kunst (MAK) in Wien geöffnet, Di, 10 bis 22 Uhr, Mi bis So, 10 bis 18 Uhr: www.MAK.at