„Wusste sofort, dass das mein Instrument ist“

Kultur / 30.12.2019 • 19:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit 2015 spielt Noah Schurig im Jugendsinfonieorchester Mittleres Rheintal. Beim Silvester- und Neujahrskonzert steht er als Solist auf der Bühne. Mittermair
Seit 2015 spielt Noah Schurig im Jugendsinfonieorchester Mittleres Rheintal. Beim Silvester- und Neujahrskonzert steht er als Solist auf der Bühne. Mittermair

Noah Schurig hat das Fagott vor zehn Jahren für sich entdeckt.

Götzis Der Lions Club Hohenems und das Jugendsinfonieorchester Mittleres Rheintal gestalten bereits zum 25. Mal mit ihren Benefizkonzerten den musikalischen und gesellschaftlichen Jahreswechsel in der Region. Das Orchester unter der Leitung von Markus Pferscher (52) präsentiert in der Kulturbühne Ambach Werke von Julius Fučik, Pietro Mascagni, Giuseppe Verdi und Johann Strauß. Neben dem aus Koblach stammenden, international erfolgreichen Jazzpianisten David Helbock (35) steht der aufstrebende Musiker Noah Schurig am Fagott als Solist auf der Bühne. Im Interview spricht der 20-Jährige über seinen musikalischen Werdegang und seine Zukunftspläne.

 

Was hat bei dir die Leidenschaft fürs Fagott geweckt und wie hat sich dein musikalischer Werdegang in der Folge gestaltet?

Schurig Im Alter von zehn Jahren habe ich angefangen Fagott zu spielen. Zum ersten Mal aufgefallen ist mir das Instrument bei einem Konzert des Vorarlberger Barockorchesters Concerto Stella Matutina. Dort wusste ich sofort, dass das mein Instrument ist. Im Jugendsinfonieorchester Mittleres Rheintal spiele ich nun schon seit Herbst 2015.

 

Was gefällt dir an diesem Instrument besonders?

Schurig Am Fagott gefällt mir besonders gut, dass es so variabel ist. Man kann damit alle möglichen Stimmungen wiedergeben, ob lustig oder melancholisch. Außerdem kann man es nicht nur als Soloinstrument, sondern auch als begleitendes Instrument verwenden.

 

Du wirst beim Silvester- und Neujahrskonzert in Götzis als Solist auftreten. Was gibt es von dir zu hören und was ist die Herausforderung?

Schurig Wir werden ein relativ unbekanntes Frühwerk von Giuseppe Verdi spielen, nämlich das Capriccio für Fagott und großes Orchester. Die Herausforderung wird wohl werden, dass es keinesfalls schwierig klingen darf, obwohl das oft nicht ganz der Tatsache entspricht.

 

Worauf liegt der Fokus des diesjährigen Programms?

Schurig In der ersten Programmhälfte liegt der Fokus auf Italien, mit Werken italienischer Komponisten oder mit Bezug auf Italien. In der zweiten Hälfte dreht sich mit dem zweiten Solisten David Helbock alles um die Filmmusik.

 

Welche Rolle spielt das Fagott in einem Orchester?

Schurig Das Fagott wird häufig als Begleitinstrument und als Fundament im Holzbläsersatz verwendet. Manchmal darf man dann auch ein Solo spielen.

 

Welche Musiker inspirieren dich und welches sind deine Lieblingswerke?

Schurig Die beiden Fagottisten Sergio Azzolini und Dag Jensen sind meine Vorbilder auf meinem Instrument. Außerdem finde ich den griechisch-russischen Dirigenten Teodor Currentzis sehr inspirierend. Zu meinen Lieblingswerken zählen unter anderem das Fagottkonzert von André Jolivet, die Fagottsonate von Camille Saint-Saens und die Gambensonaten von Johann Sebastian Bach.

 

Hast du schon Pläne für deine musikalische Zukunft?

Schurig Ja, nächsten Herbst würde ich gerne an der Hochschule für Musik und Theater in München ein Fagottstudium beginnen. VN-TAS

Silvesterkonzert- und Neujahrskonzert Jugendsinfonieorchester Mittleres Rheintal, 31.12. 2019, 16.30 Uhr; 1.1. 2020, 18 Uhr, Ambach, Götzis (beide ausverkauft)