„Ich liebe Jazz und tobe mich in der Oper aus“

Kultur / 03.01.2020 • 18:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sabine Winter ist seit vielen Jahren eine feste Größe unter den qualifizierten Gesangssolisten des Landes. Shirley Suarez
Sabine Winter ist seit vielen Jahren eine feste Größe unter den qualifizierten Gesangssolisten des Landes. Shirley Suarez

Die heimische Sopranistin Sabine Winter bereichert erstmals das Lustenauer Neujahrskonzert.

LUSTENAU Das Neujahrskonzert des Musikschulorchesters Sinfonietta Lustenau steht diesmal unter ganz besonderen Vorzeichen. Neben Solisten aus den eigenen Reihen von Schülern und Lehrern hat Direktorin Doris Glatter-Götz mit Sabine Winter eine gefragte Sopranistin aus dem Land engagiert, die für besondere vokale Glanzpunkte im Programm sorgen soll.

Sabine Winter, die im Kleinwalsertal geboren wurde und in Feldkirch lebt, ist seit vielen Jahren eine feste Größe unter den qualifizierten Gesangssolisten des Landes. Inzwischen kann sie auch auf einen Auftritt in der Opernproduktion „Hamlet“ von Franco Faccio der Bregenzer Festspiele und ihr Debüt bei der Schubertiade verweisen.

Die an der Musikhochschule München ausgebildete Künstlerin hat ihren Radius durch Auftritte unter anderem mit den Wiener Symphonikern und dem Gewandhausorchester Leipzig auch über Vorarlberg hinaus erweitert, nun will sie mit diesem Auftritt in Lustenau gemeinsam mit einem semiprofessionellen Orchester einmal zurück zur Basis und begründet dies im VN-Interview: „Ich unterrichte selber an der Musikschule Dornbirn, vermittle dort mein Wissen und meine Erfahrung und fühle mich diesem Bereich dadurch nahe. Zwei meiner Schüler durften dort zu Silvester das Publikum mit Arien begeistern. In Lustenau verbinden mich zudem eine Freundschaft und kreativer Tatendrang mit der Direktorin. Auch ist es für junge Musiker immer eine nachhaltige Erfahrung, mit Profis zusammen zu musizieren.“

Bis hin zum Jodeln

Sabine Winter beeindruckt neben ihren stimmlichen Qualitäten vor allem durch ihre Vielseitigkeit vom Barock über Zeitgenössisches bis zum Musical. Wo fühlt sie sich eigentlich zugehörig? „Ich sehe mich als Sängerin nicht in einer bestimmten Schublade. Ich schätze das Lied, mich berührt die Kirchenmusik, ich tobe mich in der Oper aus und ich liebe die Leichtigkeit des Jazz. Sogar jodeln macht mir Spaß (lacht). Im Moment singe ich eher Konzerte, das hat den Grund, dass ich mit zwei kleinen Kindern nicht als Opernsängerin so viel hin und her jetten möchte.“ Fühlt sie sich generell gut aufgehoben und anerkannt im Musikleben der Region und beim Publikum? „Es gibt sicherlich noch Ensembles, mit denen ich sehr gerne konzertieren würde, die aber meine vielen Ausdrucksmöglichkeiten noch nicht erkannt haben. Aber ich durfte bis jetzt in jede Musik eintauchen und kenne auch die verschiedenen Gepflogenheiten. Ich fühle mich sehr wohl hier, und das Publikum ist immer reizend.“

Bei „Butterfly“ auf der Seebühne

Was werden die nächsten Vorhaben sein? „Im März treffen sich im Evangelischen Pfarrzentrum Dornbirn die Dozenten der Gesangsabteilungen Jazz und Klassik an der Musikschule und stellen ihre Vielfalt vor. Am Palmsonntag mache ich im Feldkircher Dom Mozarts c-Moll-Messe unter Benni Lack und bin danach Jurymitglied beim Musikwettbewerb ‚Prima La Musica‘ in Tirol. Im Sommer 2021 freue ich mich auf Puccinis ‚Madame Butterfly‘ als neue Seeproduktion der Bregenzer Festspiele, bei der ich die Kate Pinkerton spielen werde. Es ist also wieder mal von allem etwas dabei.“ JU

„Ich sehe mich als Sängerin nicht in einer bestimmten Schublade.“

Neujahrskonzert Sinfonietta Lustenau, Leitung Christian Beemelmans: 5. Jänner, 20 Uhr, Reichshofsaal Lustenau