Keine Party ohne Margaritha

Kultur / 06.01.2020 • 18:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Stück „Margaritha zaubert“ wurde vom Harder Puppentheater fantasiereich umgesetzt und basiert auf einem Märchen von Hans Christian Andersen. Biatel
Das Stück „Margaritha zaubert“ wurde vom Harder Puppentheater fantasiereich umgesetzt und basiert auf einem Märchen von Hans Christian Andersen. Biatel

Das Harder Puppentheater beleuchtet in der neuen Produktion das Leben in all seinen Facetten.

Hard Was macht eine perfekte Party aus? Gute Musik, zahlreiche Gäste und viel Unterhaltung. Das alles fand das Publikum bei der Premiere des Harder Puppentheaters vor. Heuer steht das Stück „Margaritha zaubert“ auf dem Programm, als Grundlage dient das Märchen „Die Blumen der kleinen Ida“ von Hans Christian Andersen. Rund 200 Zuseher ab drei Jahren tauchten bei der Premiere in Traumwelten ein, feierten und setzten sich auch mit dem Ernst des Lebens auseinander.

Ein Hahn und ein Schaf springen wild herum. Die beiden Kuscheltiere gehören den Geschwistern Max und Ida. Von ihrer Oma bekommen sie eine Blume namens Margaritha geschenkt. Sobald die Kinder eingeschlafen sind, erwacht diese zum Leben. Margaritha verfügt über Zauberkräfte und setzt diese dazu ein, eine große Party zu veranstalten. Die schwarzgekleideten Spielerinnen verschwinden im Hintergrund, bunte Objekte, die von ihnen bewegt werden, erstrahlen im Licht. Mit akribisch einstudierten Choreografien versetzen sie das Publikum ins Staunen. Sie feiern mit Piraten, schwimmen mit Fischen und beobachten bunte Planeten. Alles scheint perfekt, doch plötzlich erwachen Ida und Max aus ihren Träumen und müssen feststellen, dass Margaritha über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Um ihrer Lieblingsblume die letzte Ehre zu erweisen, organisieren sie mit ihren Kuscheltieren eine Trauerzeremonie.

Mit Musik von Alex Sutter

Die Vorbereitungen für die Premiere starteten bereits im vergangenen Sommer. Seither hat sich die Puppentheater-Gruppe fast wöchentlich getroffen, um Kostüme zu schaffen und die Aufführung einzustudieren. Mit vollem Körpereinsatz standen Sonja Biatel-Kassler (Hahn), Angelika Büchele-Herburger (Max), Heidi Woitsche (Ida), Nina Steiner (Margaritha) und Martina Hädge (Schaf) auf der Bühne. „Dann wirst du seh’n, vieles ist wahr, was in den Träumen geschah“, singt die Vorarlbergerin Alex Sutter mit ihrer Soul-Rock- Stimme. Sämtliche Songs stammen aus ihrer Feder und verwandeln sich innerhalb von Sekunden zu Ohrwürmern. Damit zu Hause weitergesungen werden kann, wurde ein Liederbuch mit fantasievollen Illustrationen von Spielerin Nina Steiner gestaltet.

Das einstündige Stück überzeugte mit einer nachvollziehbaren Handlung, Tiefgang und Humor. Die jungen Theaterfreunde sangen lauthals mit, lachten viel und kommentierten den Stückverlauf kritisch. „Blumen verwelken, und auch Haustiere müssen irgendwann sterben. Im Leben gibt es gute und schlechte Zeiten“, reflektierte ein junger Zuseher nach der Aufführung.

Damit möglichst viele Kinder von der Produktion profitieren können, werden weitere Aufführungen für Schulklassen und Kindergartengruppen geplant. „Der Kreislauf des Lebens sollte nicht ausgeklammert werden. Es ist eine Herzensangelegenheit, dieses sensible Thema aufzugreifen“, erklärte Theatermacherin Iris Biatel-Lerbscher (59) und ergänzte: „Auch Kinder sollten damit in Berührung kommen und Fragen stellen können.“

Weitere Aufführungen am 11., 12. und 19. Jänner, jeweils 15 Uhr, Kulturwerkstatt Kammgarn in Hard: www.puppentheaterhard.at