Alpenüberquerung im Euterballon geglückt

Kultur / 08.01.2020 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Knapp fünf Stunden dauerte die erste Alpenüberquerung im Euterballon der Künstlerin Barbara Anna Husar von Hittisau bis in die Nähe der italienischen Stadt Pavia. HUSAR, BERTSCH, MAINETTI, ADADEVOH, SIEBER

Vorarlberger Künstlerin Barbara Anna Husar hat in ihrer sozialen Skulptur erstmals die Alpen überquert: „Wir hoffen, eine Spur gelegt zu haben.“

Christa Dietrich

Hittisau, Pavia Es ist ein optisch beeindruckendes Spektakel, doch wer die Arbeiten der Vorarlberger Künstlerin Barbara Anna Husar (44) kennt, der weiß, dass sie mit den Fahrten in ihrem Euterballon, den sie als soziale Skulptur definiert, eine Botschaft verbindet. Die Begriffe Nachhaltigkeit, Umweltschutz und ressourcenschonendes Wirtschaften bzw. verantwortungsvolle Landwirtschaft stehen mit dem Projekt, das vor knapp zwei Jahren gestartet wurde, in Verbindung. Die erste Alpenüberquerung, die sie, wie berichtet, in diesem besonderen Ballon für das vergangene Wochenende geplant hatte und die auch ohne Zwischenfälle geglückt ist, stellt im Rahmen ihrer Auftritte dennoch etwas Besonderes dar. Die Fahrt, die insgesamt knapp fünf Stunden dauerte und in der Nähe von Pavia, der bedeutenden Universitätsstadt in Oberitalien, endete, wird umfassend dokumentiert und als performatives Projekt auch in ihren zukünftigen Ausstellungen präsentiert.

Ausstellung im Frauenmuseum

Eine davon findet in diesem Jahr im Frauenmuseum Hittisau statt. Dort widmet man sich der Geburtskultur und somit einem Themenkomplex, den sich Barbara Anna Husar seit ihrem Studium zuwendet. Weiblichkeit und Ernährung oder das Nährende sowie die Verbindung des Menschen zur Natur sieht sie auch in der Euterskulptur verbildlicht. Dass die aktuelle Ballonfahrt bzw. Erhebung, wie sie die Einsätze mit ihrer Skulptur nennt, über die Grenzen hinweg bzw. über vier Länder führte, hat für die Künstlerin zudem einen besonderen Symbolwert: „Wir hoffen, eine Spur gelegt zu haben.“ Beim Start in Hittisau wurde den vielen Beobachtern Infomaterial ausgehändigt, in Italien trat man so gut es ging mit den Menschen, die die Landung verfolgten, in Kommunikation. Wer sich für die technischen Daten interessiert, dem sei erläutert, dass der Ballon bei der Fahrt bis auf 4280 Metern gestiegen ist und das Gas noch bis Genua gereicht hätte. Weil die Landung in der Umgebung der Großstadt schwierig ist, entschied man sich für Pavia.

„Das Projekt wird dokumentiert, es wird Ausstellungen geben. Es soll nachwirken.“

Barbara Anna Husar, Künstlerin

Noch völlig beeindruckt vom Erlebnis, vom schwebenden Zustand, vom Erfahren, wie es sich anfühlt, wenn die Reisegeschwindigkeit vom Wind bestimmt wird und vom Alpenpanorama an einem sonnigen Wintertag, erzählt Barbara Anna Husar, dass es ihr mit der Kälte und dem Atmen bestens ging. Sauerstoffmasken hatte man für alle Fälle dabei, gebraucht wurden sie von ihr nicht. Mittlerweile wieder in ihrem Wiener Atelier tätig, macht sie sich an die künstlerische Nachbearbeitung. Neben Hittisau sind weitere Ausstellungsstationen geplant.