Begegnung mit jungen Musikerinnen

Kultur / 08.01.2020 • 14:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit Amelie von Württemberg stellte sich eine junge Geigerin aus der Region dem Publikum vor. VOITH

Exquisite Neujahrsklänge mit dem Duo Amelie von Württemberg und Roxana Shini Mehrabzadeh.

Meersburg, St. Christoph Es ist für die in Friedrichshafen aufgewachsene Amelie von Württemberg, die ihr Geigenstudium am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance in London abgeschlossen hat, immer wieder eine Freude, am Bodensee zu konzertieren. Es war kein Neujahrskonzert im üblichen Sinne. Keine Walzer und Polkas standen auf dem Programm, sondern anspruchsvolle Juwelen der Kammermusik, Stücke, die den Spielerinnen besonders am Herzen liegen, wie Amelie von Württemberg beim Konzert im Augustinum in Meersburg bekannte. Dasselbe Programm wurde im Rahmen des von Peter Vogel verantworteten Programms im Saal arlberg1800 in St. Christoph aufgeführt.

Zwischen Innigkeit und Melancholie schwebt Johannes Brahms‘ Sonate für Klavier und Violine G-Dur op. 78, auch die „Regenlied-Sonate“ genannt, da der letzte Satz aus dem zweiten „Regenlied“ abgeleitet ist, das Brahms über Gedichte von Klaus Groth schrieb.

Von leidenschaftlicher Sehnsucht, von zarter Poesie und munterem Getümmel erzähle die Sonate Nr. 1 a-Moll op. 105, so führte Amelie von Württemberg Robert Schumanns spätes Violinwerk ein, welches das Duo zupackend und leidenschaftlich interpretierte, nicht ohne auch stille, glückhafte Momente einfließen zu lassen. Liedhaftes Glück, koboldhafte Neckerei und ausgelassene Lebenslust paarten sich im Allegretto, in drängender Motorik beflügelten einander die Instrumente im lebhaften dritten Satz.

Am Ende stand die virtuose Havanaise op. 83 von Camille Saint-Saëns. Das Werk, das der Komponist dem kubanischen Geiger Rafael Diaz Albertini widmete, stürmt rasant voran. Während das Klavier die markanten Habanera-Rhythmen vorgibt, lässt Saint- Saëns die Geige in höchsten Höhen singen, zwitschern und trillern, ein zauberhaftes Juwel mit rasanten Glissandi und energischen Strichen, ein virtuoser Salto mortale, sehr zum Vergnügen der Zuhörer. chv

Nächstes Konzert in St. Christoph mit der Geigerin Louise Wehr am 10. Jänner, 18.30 Uhr; am 3. Februar tritt der Vorarlberger Jazzpianist David Helbock im arlberg 1800 auf.