Was die Ausstellungshäuser im Sommer bieten

Kultur / 10.01.2020 • 09:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Beauty“, das Ausstellungsprojekt, das Stefan Sagmeister gemeinsam mit Jessica Walsh entwickelte, kommt endlich auch nach Vorarlberg.  JANA SABO

Die Sommerausstellungen in Vorarlberg erstrecken sich über das ganze Land, sind schön, aber nicht konfliktfrei.

Christa Dietrich

Bregenz, Schruns An der Fahrt ins Montafon wird man im kommenden Sommer nicht vorbeikommen. Im Sinne der Veranstalter wäre es auch, für die Anreise öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Denn wer das von Roland Haas geleitete Kunstforum Montafon nicht ohnehin laufend besucht, hat nach der aktuellen, außergewöhnlichen Schau mit Arbeiten von Alfredo Barsuglia und Gelitin, die gerade noch bis 26. Jänner läuft, in wenigen Monaten einen triftigen Grund, sich in Schruns einzufinden. Sofern man nicht ohnehin dort wohnt. Unter dem Titel „individualverkehr(t)“ widmet man sich nämlich der Verkehrsproblematik. Die Diskussion über die Bahnverlängerung im Tal hat die Wahl des konfliktreichen Ausstellungsthemas beeinflusst. Nachdem sich Gottfried Bechtold seit Jahrzehnten mit der Fortbewegung beschäftigt, ist er prädestiniert für die Teilnahme. Weiters sind Arbeiten von Cäcilia Brown, Rainer Ganahl, Clemens Fürtler, Anna Meyer oder Walter Strobl zu sehen.

Endlich da

Auf das Projekt „Happy“ folgte jenes mit dem Titel „Beauty“ und mit seinen Großausstellungen hat der in New York lebende Vorarlberger Designer Stefan Sagmeister gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Jessica Walsh bereits große Ausstellungshäuser in Europa und Amerika bespielt. Nach seinem Auftritt, in dem von Verena Konrad, Leiterin des Vorarlberger Architektur Instituts, kuratierten Österreich-Pavillon auf der letzten Architektur-Biennale von Venedig und einer stark frequentierten Schau im Wiener MAK, die im Anschluss noch nach Frankfurt kam, war es höchst an der Zeit, dass man ihn einmal quasi nach Hause holte. „Beauty“ wird als Sommerausstellung im Vorarlberg Museum in Bregenz gestartet, in dem Haus, für das Sagmeister das Logo entwarf, und enthält auch zahlreiche Informationen zum schöneren Bauen, die im vielgepriesenen Architekturland Vorarlberg Denkanstöße liefern.

Neues Konzept für Bregenz

Im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, das jeweils zehn Monate lang von der Berufsvereinigung bildender Künstler bespielt wird, richtet die Stadt Bregenz seit einiger Zeit wieder Sommerausstellungen aus. An die Erfolge mit den legendären Projekten in den 1970er- und 1980er-Jahren konnte man mit den Personalen der letzten Jahre bei Weitem nicht anschließen. Bei der Ausstellung mit Arbeiten der Vorarlberger Künstlerin Alexandra Wacker wurde immerhin ein kleiner Besucherzuwachs verzeichnet. Im kommenden Sommer will die Stadt dort die eigene Sammlung präsentieren, danach wird man, wie Jutta Dieing, Leiterin des Kulturamtes, im Gespräch mit den VN, bestätigt, Projekte in Zusammenarbeit mit dem Vorarlberg Museum umsetzen. Für die Sommerausstellungen wendet die Stadt 50.000 Euro auf. Durch die Kooperation mit dem großen Haus im Stadtzentrum lassen sich auch werbliche Effekte erzielen, so dass wieder mehr Kunstinteressierte den Weg zum schönen Palais in der Gallusstraße auf sich nehmen.

Blockbuster

Für einen Blockbuster hat sich der Kunstraum Dornbirn entschieden. Dessen Leiter Thomas Häusle konnte Joep van Lieshout mit seinem Team, das erneut bei der letzten Biennale in Venedig vertreten war, dafür gewinnen, für diesen besonderen Ort ein Werk zu schaffen. Das Kunsthaus Bregenz, das das Jahr mit Arbeiten der international noch weniger bekannten US-amerikanischen Künstlerin Bunny Rogers beginnt, hat den aus Albanien stammenden Filmemacher Anri Sala engagiert, sich mit den Bedingungen in diesem Haus auseinanderzusetzen. Der Termin ist gut gewählt, zur Festspielzeit nimmt die Musik auch hier großen Raum ein.

Bludenz geht es poetisch an, in der neuerdings vom Künstler Manfred Egender geleiteten Galerie allerArt in der Remise ist den Künstlerinnen Christian Macketanz und Sophie Thelen zu begegnen.