Schriftsteller und Kolumnist Kurt Bracharz gestorben

Kultur / 11.01.2020 • 09:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kurt Bracharz hat auch exzellente Gastrokritiken für die Vorarlberger Nachrichten verfasst.  <span class="copyright">VN/PS</span>
Kurt Bracharz hat auch exzellente Gastrokritiken für die Vorarlberger Nachrichten verfasst. VN/PS

„Wo Bracharz draufsteht, da ist außergewöhnliche Literatur“: Vorarlberger Schriftsteller, Kolumnist und Journalist Kurt Bracharz ist 72-jährig gestorben.

Bregenz Er sei im Gesamten nicht fassbar, aber „wo Bracharz draufsteht, da ist Literatur, außergewöhnliche Literatur“, hielt Norbert Huber, Germanist und Buchhändler, in seiner Laudatio fest, die er vortrug, als Kurt Bracharz im Jahr 2003 der Ehrenpreis des Vorarlberger Buchhandels verliehen wurde. „Summa summarum: Kurt Bracharz taugt was, Kurt Bracharz taugt uns“, heißt es im Text der Schriftstellerin und Rezensentin Petra Nachbaur, veröffentlicht im Jahrbuch 2018 des Franz-Michael-Felder-Archivs. Und in einem, den Autor als guten, der Zeit angemessenen Erzähler feiernden Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das 2009 erschienene Buch „Für reife Leser“, in dem Bracharz in eigenwilliger Art seinen persönlichen Literaturkanon erstellt, heißt es: „Im Grunde tut Bracharz also das, was er am besten kann und vielfach bewiesen hat: Er sudelt, wie es die großen Aphoristiker seit Lichtenberg tun, er verfranzt sich heillos und feiert dann den Umweg. Vor allem aber beobachtet er die Beobachter, und das mit viel Humor.“

Prägende Persönlichkeit

Bracharz-Leser dürften obige Sätze bestätigen, als Schriftsteller zählte er zu den prägenden Persönlichkeiten, als Beobachter oder Kritiker wurde er respektiert. Als fundiertes Streitgespräch auf hohem Niveau wurden die öffentlichen Auftritte empfunden.

Damals, beim Erscheinen des Buches „Für reife Leser“, hatte Kurt Bracharz längst am Bachmannwettbewerb in Klagenfurt teilgenommen und war mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet worden. Das literarische Outing erfolgte hingegen mit dem Kinderbuch „Wie der Maulwurf beinahe in der Lotterie gewann“. Bald darauf offenbarte sich die zweite Leidenschaft und Könnerschaft des Autors. Es erschien nämlich das gastrosophische Tagebuch „Esaus Sehnsucht“ und man verfolgte seine Gastrokritiken, und zwar nicht nur zur Abklärung des nächsten Restaurantbesuchs, sondern auch wegen des Lesegenusses. Mehrere Jahre lang hat er die Gastrokritiken auch für die Vorarlberger Nachrichten verfasst. Eine breite Leserschaft, die auf seine Texte erpicht war, war ihm sicher.

Der Name Kurt Bracharz war auch über Jahrzehnte mit der in Vorarlberg erscheinenden Zeitschrift „Kultur“ verbunden, in der er Rezensionen veröffentlichte. Er war auch Herausgeber („Miromente“) und Übersetzer. Kriminalromane wie „Pappkameraden“, „Höllen­engel“, „Die grüne Stunde“ oder „Cowboy Joe“ dokumentieren die Ausweitung des Genres. Man lese. Der Schriftsteller Kurt Bracharz ist nach langer Krankheit 72-jährig gestorben. VN