Konservatorium hat ausgedient

Kultur / 14.01.2020 • 18:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Demnächst ist es ein Uni-Orchester: Studierende am Landeskonservatorium in Feldkirch beim letzten Konzert im Dezember 2019. marin
Demnächst ist es ein Uni-Orchester: Studierende am Landeskonservatorium in Feldkirch beim letzten Konzert im Dezember 2019. marin

Akkreditierungsantrag für Umwandlung in eine Privatuniversität für Musik wird eingereicht.

Feldkirch Im Sommer 2021 soll es so weit sein, doch der Weg des Vorarlberger Landeskonservatoriums zur Privatuniversität, genauer gesagt zur „Stella Vorarlberg Privatuniversität für Musik“ war ein langer und harter. Nach der vor rund 20 Jahren unterzeichneten Bologna-Erklärung hatte das erst 1977 gegründete Konservatorium an sich ausgedient. Damals schon wurde der Ruf nach einer Universität laut, doch das Akkreditierungsverfahren erschien zu teuer und zudem hatten nicht alle Mitglieder des Lehrkörpers eine ausreichende Qualifikation vorzuweisen. Man einigte sich auf eine Kooperation mit der Hochschule Mozarteum Salzburg, die die Gültigkeit der Prüfungen und Abschlusszeugnisse gewährleistete. Diese Kooperation, die die Eigenständigkeit der Ausbildungsstätte etwas einschränkte, gehört bald der Vergangenheit an. Was bekanntermaßen über Monate von der Leitung des Konservatoriums vorbereitet wurde, passierte nun die politischen Gremien: Landeshauptmann Markus Wallner gab gemeinsam mit Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink am Dienstag die Einleitung des Akkreditierungsverfahrens für eine Privatuniversität bekannt.

Nicht größer werden

Die Qualität steht dabei vor der Quantität, wie die Landesstatthalterin nun ausführte, denn weder die Zahl der rund 320 Studierenden noch der rund 60 Lehrenden soll erhöht werden. Wie Geschäftsführer Peter Schmid im Gespräch mit den VN bestätigt, hätten nach mehreren notwendig gewordenen Neubesetzungen in den vergangenen Jahren mittlerweile auch alle Professorinnen und Professoren die Berechtigung, an einer Universität zu unterrichten.

Nicht teurer

5,8 Millionen Euro wendet das Land Vorarlberg für die Einrichtung auf, die, so Schöbi-Fink, für die Bildungs- und Kulturlandschaft Vorarlbergs von Bedeutung ist. Der Großteil der Studierenden absolviert in Feldkirch eine pädagogische Ausbildung, was sich entsprechend positiv auf das Musikschulwesen im Land auswirke. Gut drei Viertel sind Österreicher oder kommen aus EU-Ländern. Angestrebt ist an der neuen „Stella Vorarlberg Privatuniversität“ zudem die Intensivierung der Vernetzung mit vergleichbaren Bildungseinrichtungen im Bodenseeraum sowie die Ausweitung der Musikforschung. Peter Schmid verweist gegenüber den VN auch auf die Tatsache, dass es in Hinkunft möglich sein wird, in Feldkirch ein Masterstudium abzuschließen. Jene, die bislang nach der Erreichung des Bachelors bereits zu unterrichten begonnen hatten, konnten ihr berufsbegleitendes Studium nur außerhalb Vorarlbergs fortsetzen. Dieser Aufwand fällt für die begehrten Junglehrer ab dem Sommersemester 2021 weg.

Wenn alles planmäßig läuft. Davon geht Peter Schmid, der die Akkreditierungskosten mit rund 40.000 Euro berechnet hat und von etwa gleichbleibenden Gesamtkosten spricht, aber aus.

„Damit erfährt der Bildungsstandort Vorarlberg eine beträchtliche Aufwertung.“

Landeskonservatorium

Geschichte 1977 Gründung, 2003 Umwandlung in eine GmbH, 2006 Kooperationsvertrag mit der Universität Mozarteum Salzburg

Künstlerischer Leiter Jörg Maria Ortwein

Geschäftsführer Peter Schmid

Räumlichkeiten ehemaliges Jesuiten-Privatgymnasium Stella Matutina in Feldkirch

Zahl der Studierenden rund 320

Zahl der Professoren rund 60

Berühmte Absolventen u. a. Kirill Petrenko, Dirigent; David Helbock, Jazzpianist

kosten 5,8 Millionen Euro vom Land

Am 4. und 5. Februar wird vom Landeskonservatorium in Feldkirch ein internationales Symposium für Kultur- und Musikschaffende ausgerichtet: www.vlk.ac.at