So erreicht man neues Publikum

Kultur / 15.01.2020 • 18:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als Ur- und Erstaufführungsbühne wurde das Theater Kosmos vor mehr als 20 Jahren gegründet. Sich mit dieser Ausrichtung zu etablieren und ihr bei nur wenigen Unterbrechungen – mit einem begründeten Griff zu einem Klassiker – zu entsprechen, dazu gehört ein langer Atem. Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig haben ihn. Das Publikum honoriert es. Wobei, wer ist das Publikum? Darauf zu achten, dass es eben nicht mit den beiden Theaterleitern älter wird, ist auch in einem Unternehmen, das somit die neue Literatur in den Fokus rückt, eine enorme Herausforderung. Man hat sich ihr gestellt. Unter anderem mit der Einrichtung einer zusätzlichen kleinen Bühne, dem Kosmodrom, der Förderung von Nachwuchsautorinnen und -autoren und der Zusammenarbeit mit einigen kreativen Köpfen in der Region.

Im letzten Jahr wurde ein Dramenwettbewerb ausgeschrieben. Das Ergebnis war erfreulich, das Siegerstück „Limbus“ der Wienerin Florentina Margarita Hofbauer kommt heuer zur Uraufführung. Das zweitgereihte Werk, ein kurzes Drama mit dem langen Titel „Eine geschlossene Tür und davor und dahinter oder Gutenachtgeschichten“ über die Ängste eines Heranwachsenden der Vorarlberger Autorin Katharina Klein, wurde bereits umgesetzt. Ein weiterer Text, der drittgereihte aus dem Konvolut der Einreichungen, durchläuft gerade die Schreibtische der Dramaturgen.

Es spricht für die junge regionale Autorenszene, aber vor allem auch für das Engagement von Literaturvermittlern wie Wolfgang Mörth und Regisseuren wie Stephan Kasimir, dass nun angedacht ist, auch noch mit weiteren Wettbewerbsteilnehmern in Kontakt zu treten.

Und nicht nur das. Die Kosmos-Leitung hat schon den nächsten Bewerb ins Auge gefasst. So behält man sein Publikum und erreicht neues.

Christa Dietrich

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