Ein magisch-erheiterndes Konzerterlebnis

Kultur / 19.01.2020 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Sebastian Manz trat nicht zum ersten Mal gemeinsam mit dem Symphonieorchester auf. SOV

Mit Werken von Ravel, Françaix und Mozart erfreute das SOV das Publikum. Gefeierter Star des Abends war der Klarinettenvirtuose Sebastian Manz.

Feldkirch Hell, leicht, unversehrt, ganz wie der Beginn eines wunderbaren Tages, so beginnt Maurice Ravels musikalisches Denkmal „Le Tombeau de Couperin“. Vom ersten Takt an ist hör- und erkennbar, dass Dirigent Leslie Suganandarajah und das Symphonieorchester Vorarlberg ideale Partner sind. Die Eleganz und tänzerische Geschmeidigkeit seines Dirigats werden vom Klangkörper mit Leichtigkeit und Brillanz umgesetzt. „Le Tombeau de Couperin“ ist eine Hommage an den großen französischen Komponisten François Couperin, an die französische Musik des 18. Jahrhunderts und an sechs Kameraden Ravels, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Es ist eine Komposition, die inhaltlich wie kompositorisch komplex ist. Der frühlingshaft freudige, lebensbejahende Charakter des Ravel´schen Tombeaus wird von Satz zu Satz, besonders jedoch im Rigaudon, hinweisend und erinnernd von dunklen, tragischen Klängen durchbrochen. Ein wunderbar tragisches Werk, das mit höchster Raffinesse von diesem Klangkörper nuanciert erzählt wird.

Bravo, Klatscharbeit und Zugabe

Als musikalischen Kunstflug, der amüsieren soll und dem Solisten kaum Zeit lässt, um zu atmen, beschrieb Jean Françaix sein Konzert für Klarinette und Orchester. Sebastian Manz, der nicht zum ersten Mal gemeinsam mit dem Symphonieorchester auftritt, besitzt mit seiner spitzbübischen Präsenz und der meisterlichen Beherrschung seines Instruments all das, was es benötigt, um dieses Werk zu einem mitreißenden, pointierten und vor allem erheiterndem Erlebnis zu machen. Das Symphonieorchester stellt gemeinsam mit Manz ein hervorragendes musikalisches Team dar. Mit gemeinsamer Power kommen Frische und Humor in den Konzertsaal.

Bald tiriliert es hier, bald pfeift es dort, bald hüpft ein Ton von da nach dort, es macht Spaß, zuzuhören und zuzusehen. Fast wie einstudiert ruft am Ende des Stücks das Publikum geschlossen „Bravo!“ und der darauffolgende anhaltende Applaus – Manz nennt dies mit einem Lächeln „Klatscharbeit“ –  sowie das begeisterte Stampfen werden belohnt. Drei Lieder aus der Israeli Suite von Helmut Eisel, in einer Bearbeitung von Manz, bringen noch mehr Schwung in diesen temporeichen Abend.

Mozart zum Abschluss

Mit Mozarts Prager Symphonie geht der Konzertabend zu Ende. Ein wunderbarer Abschluss: Das Symphonieorchester zeigt sich in Höchstform, die vertrauten Klänge der Komposition lassen nichts anderes als puren Musikgenuss, bis zum letzten Ton, zu. Ein magischer Konzertabend, der unter der Leitung eines gefühlvollen Dirigenten in Partnerschaft mit einem hervorragenden Klangkörper sowie einem außergewöhnlichen Solisten umgesetzt werden konnte. Da bleibt außer „Bravo“ nichts zu sagen. Ursula Fehle

Das Symphonieorchester Vorarlberg gastiert am Montag, 20. Jänner, um 20 Uhr im Reichshofsaal Lustenau.