Magisch-erheiterndes Konzerterlebnis

Kultur / 19.01.2020 • 18:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Unangefochtener und gefeierter Star des Abends war der Klarinettenvirtuose Sebastian Manz.  SOV
Unangefochtener und gefeierter Star des Abends war der Klarinettenvirtuose Sebastian Manz.  SOV

Das Symphonieorchester Vorarlberg stellte gemeinsam mit Sebastian Manz ein hervorragendes musikalisches Team dar.

Feldkirch Hell, leicht, unversehrt – fast wie der Beginn eines wunderbaren Tages – so beginnt Maurice Ravels musikalisches Denkmal „Le Tombeau de Couperin“. Vom ersten Takt an ist hör- und erkennbar, dass Dirigent Leslie Suganandarajah und das Symphonieorchester ideale Partner sind. Die Eleganz und tänzerische Geschmeidigkeit seines Dirigats werden vom Klangkörper mit Leichtigkeit und Brillanz umgesetzt. „Le Tombeau de Couperin“ – eine Hommage an den großen französischen Komponisten François Couperin, an die französische Musik des 18. Jahrhunderts und an sechs Kameraden Ravels, die im ersten Weltkrieg gefallen sind. Eine Komposition die inhaltlich wie kompositorisch komplex ist. Der frühlingshaft freudige, lebensbejahende Charakter des Ravel´schen Tombeaus wird von Satz zu Satz – besonders jedoch im Rigaudon – hinweisend und erinnernd von dunklen, tragischen Klängen durchbrochen. Ein wunderbar tragisches Werk, das mit höchster Raffinesse von diesem einmaligen Klangkörper nuanciert erzählt wird.

Als musikalischen Kunstflug, der amüsieren soll und dem Solisten kaum Zeit lässt, um zu atmen beschrieb Jean Françaix sein Konzert für Klarinette und Orchester. Sebastian Manz, der nicht zum ersten Mal gemeinsam mit dem Symphonieorchester auftritt, besitzt mit seiner spitzbübischen Präsenz und der meisterlichen Beherrschung seines Instrumentes all das, was es benötigt um dieses Werk zu einem mitreißenden, pointierten und vor allem erheiterndem Erlebnis zu machen. Das Symphonieorchester stellt gemeinsam mit Manz ein hervorragendes musikalisches Team dar. Mit gemeinsamer Power kommen Frische und Humor in den Konzertsaal.

Temporeicher Abend

Bald tiriliert es hier, bald pfeift es dort, bald hüpft ein Ton von da nach dort – es macht einfach Spaß zuzuhören und zuzusehen. Fast wie einstudiert ruft am Ende des Stückes das Publikum geschlossen „Bravo!“ und der darauffolgende anhaltende Applaus – Sebastian Manz nennt dies mit einem Lächeln „Klatscharbeit“ – sowie das begeisterte Stampfen werden belohnt. Drei Lieder aus der Israeli Suite von Helmut Eisel, in einer Bearbeitung von Manz, bringen schließlich noch mehr Schwung in diesen temporeichen Abend.

Mit Mozarts Prager Symphonie geht der Konzertabend zu Ende. Ein wunderbarer Abschluss: Das Symphonieorchester Vorarlberg zeigt sich in Höchstform, die vertrauten Klänge der Mozart-Komposition lassen nichts anderes als puren Musikgenuss, bis zum letzten Ton, zu. Ein magischer Konzertabend, der hier unter der Leitung eines gefühlvollen Dirigenten in Partnerschaft mit einem hervorragenden Klangkörper sowie einem außergewöhnlichen Solisten umgesetzt werden konnte. Da bleibt außer „Bravo“ nichts zu sagen.

Das Symphonieorchester Vorarlberg gastiert heute, Montag, um 20 Uhr im Reichshofsaal Lustenau.