Natalie Fend aus Götzis: Tanzend Mozarts Seele einfangen

Kultur / 20.01.2020 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die aus Götzis stammende Tänzerin Natalie Fend hat intensiv an der 70-minütigen Produktion mitgearbeitet. PEWAL

Götzner Tänzerin Natalie Fend mit Künstlerkollektiv „Pool of Invention“ bei Mozartwoche.

Götzis, Bregenz Mozart wird entstaubt: Seine Seele kommt zurück in die heutige Zeit. Im 21. Jahrhundert erwacht er wieder zum Lebemensch, wie einst zwischen Genie und Wahnsinn. Dies ist die Grundidee des internationalen Künstlerkollektivs „Pool of Invention“, das kommende Woche im Zuge der Mozartwoche in Salzburg ihre erste Produktion „Mozart In The Wind“ präsentiert. Dabei soll auf eine kreative Art und Weise Mozart als Komponist wiederbelebt werden.

Teil des Ensembles ist die 30-jährige Tänzerin Natalie Fend. Zwischen sechs Musikern bringt die aus Götzis stammende Wahl-Bregenzerin Bewegung in das Stück. „In dem 70-minütigen Performance-Konzert versuchen wir in Nuancen Mozarts Seele einzufangen“, erklärt Fend und ergänzt: „Ich stelle tänzerisch den Wind dar. Beziehungsweise bin ich ein bisschen alles – der Wind, die Veränderung, das Wandelnde, in gewissen Phasen gar Mozarts Seele.“

Natalie Fend sorgt in dem Stück “Mozart In The Wind” für bewegende Eindrücke und stellt zwischen sechs Musikern tanzend den Wind dar.<span class="copyright">  Theresa Pewal </span>
Natalie Fend sorgt in dem Stück “Mozart In The Wind” für bewegende Eindrücke und stellt zwischen sechs Musikern tanzend den Wind dar.  Theresa Pewal

Rund ein Jahr befasste sich das Künstlerkollektiv mit dem Stück. Von der Grundidee des Komponisten Florian Willeitner über das Konzept, an dem vor allem Fend und er feilten, bis hin zu einer intensiven Probewoche im November, in der schließlich die einzelnen Facetten zusammengeflossen sind, – das Stück sei vor allem durch das gemeinsame Kreieren, wieder Wegwerfen und Neuerschaffen entstanden. „Es steckt immer sehr viel Arbeit in so einer Produktion. Daher wäre es schön, wenn es nicht nur bei den zwei Aufführungen in Salzburg bleibt. Mein Wunsch ist es, das Stück unter anderem auch in Vorarlberg aufzuführen. Es sind hervorragende Musiker mit dabei. Ich glaube, die Produktion hätte Potenzial zum Wachsen“ erklärt Fend.

Die Prozesse des Kreierens, Neuerfindens und Wachsens finden sich auch in Fends Künstlerkarriere wieder. Beinahe acht Jahre ist sie als Tänzerin aktiv, nachdem sie 2012 ihre Ausbildung in Zeitgenössische Tanzpädagogik und Bühnentanz abschloss. 2015 erhielt sie den Förderpreis für Kunst des Landes Vorarlberg. Die wesentlichen Merkmale ihres Bewegungsausdrucks entwickelt sie über das Erforschen unterschiedlicher (Tanz-)Kulturen und das Reisen.

Letztes Jahr beschäftigte sich die Vorarlbergerin im Zuge einer ergänzenden Gesangsausbildung in Kopenhagen auch intensiv mit ihrer Identität als Kunstschaffende und Privatperson. Daraus entwickelte sie das Label „L.I.S.T.EN – Love is still the essence“, das ihre Arbeit als Künstlerin definiert: „Wenn man mit dem eigenen Körper auf der Bühne steht und etwas präsentiert, ist es oft schwierig, zwischen Privatem und Rolle zu differenzieren. Ich habe für mich gelernt wie wichtig es ist, dies zu trennen und eine Art Schutz aufzubauen.“

Das Künstlerkollektiv „Pool of Invention“ mit Natalie Fend (Mitte) tritt im Zuge der Mozartwoche in Salzburg auf.  <span class="copyright">Pewal</span>
Das Künstlerkollektiv „Pool of Invention“ mit Natalie Fend (Mitte) tritt im Zuge der Mozartwoche in Salzburg auf. Pewal

Die Passion für ihre Arbeit vermindert dies keineswegs. Denn ihr Ziel ist es, etwas zu bewegen, Menschen durch die Ausdrucksweise Tanz zu erreichen. Und dies schon kommende Woche gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv „Pool of Invention“. Mit „Mozart In The Wind“ wurde jedenfalls ein Stück entwickelt, das vor allem auch ein jüngeres Publikum bei den renommierten Mozartwochen erreichen soll und kann. RAL

Tanz-Konzert „Mozart In The Wind“ im Rahmen der Mozartwoche Salzburg. Mittwoch, 29. Jänner, 19 Uhr sowie Samstag, 1. Februar, 17 Uhr jeweils in der SZENE Salzburg