Schönste Frau der Welt war eine kluge Erfinderin

Kultur / 21.01.2020 • 09:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr (1914-2000). AP

Vorarlberger Theaterleiter Simon Meusburger widmet das nächste Stück Hedy Lamarr.

Wien, Bregenz Jede Frau könne glamourös sein, sie müsse dazu nur stillstehen und dumm dreinschauen, bemerkte Hedy Lamarr (1914-2000) einmal und bekundete damit, dass sie auf ihren Ruf, die schönste Frau der Welt zu sein, gar nicht so viel gab. In einer kulturell aufgeschlossenen jüdischen Familie in Wien aufgewachsen, setzte Hedwig Eva Maria Kiesler ihren Kopf durch und wurde Schauspielerin. Als der erste Ehemann, der Industrielle Fritz Mandl, ihre diesbezüglichen Aktivitäten unterbinden wollte und beispielsweise so viele Kopien wie nur möglich vom Film „Ekstase“ aufkaufte, um aufgrund der Nackt- und Liebesszenen dessen Verbreitung zu unterbinden, forderte sie die Trennung, reiste nach Paris, London und schließlich in die Vereinigten Staaten. Ausschlaggebend für diese Flucht im Jahr 1937 war aber auch die Tatsache, dass sich Mandl mit Persönlichkeiten aus faschistischen Kreisen umgab, was der liberal gesinnten jungen Frau zuwider war.

Louis B. Mayer nahm die Schauspielerin unter Vertrag, der Name Hedy Lamarr wurde kreiert und die strahlende Schönheit avancierte bald zum Superstar, der die Titel von Magazinen zierte.

Engagement gegen die Nazis

Es hat lange gedauert, bis man in Hedy Lamarr nicht nur die attraktive Erscheinung sah, die mehrmals verheiratet war und schließlich mit dem schwindenden Ruhm und ihrem Bild in den Medien nicht zurechtkam. Mittlerweile ist auch ihr Engagement gegen das Nazi-Regime dokumentiert, was das Jüdische Museum in Wien in einer Sonderausstellung berücksichtigt. Dabei wird auch die Erfinderin erwähnt, die mit George Antheil in den 1940er-Jahren eine Funk-Fernsteuerung für Torpedos entwickelte, um das amerikanische Militär zu unterstützen. Es handelt sich dabei um die Grundlage für die moderne Mobilfunktechnologie. Nachdem der österreichische Schriftsteller Peter Turrini für das Theater in der Josefstadt einmal ein Stück über Hedy Lamarr schuf, die gerade noch die Überreichung eines Erfinderpreises erlebte, nimmt sich nun das vom Vorarlberger Simon Meusburger geleitete Schubert-Theater in Wien ab 23. Jänner dem Schicksal der Frau an, deren Intelligenz unterschätzt wurde. VN-cd

„Die Gesichter der Hedy Lamarr“, Premiere am 23. Jänner im Schuberttheater Wien. Ausstellung zu Hedy Lamarr im Jüdischen Museum in Wien bis 10. Mai.

<span class="copyright"></span>