Zaubertöne für die gute Sache

Kultur / 28.01.2020 • 22:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sophia Körber hat in Hannover und Florenz studiert, ihr Repertoire reicht vom Barock bis zur neuen Musik. VN/Paulitsch
Sophia Körber hat in Hannover und Florenz studiert, ihr Repertoire reicht vom Barock bis zur neuen Musik. VN/Paulitsch

Die deutsche Sopranistin Sophia Körber singt die Servilia im Bregenzer „Titus“.

Bregenz „Wir haben Gelegenheit, unsere Zaubertöne zu produzieren und schöne Kadenzen zu gestalten“, schürt Sophia Körber die Vorfreude auf ein Liebesduett in der Oper „La clemenza di Tito“. Die junge deutsche Sopranistin wurde für die Partie der Servilia ans Vorarlberger Landestheater engagiert. Am Freitag findet am Bregenzer Kornmarkt die Premiere statt.

Mozarts 1791 uraufgeführte, letzte Oper handelt von einem Herrscher, der danach trachtet, seine Position nicht mehr mittels Gewalt zu verteidigen, jedoch aufgrund der fragwürdigen Thronaneignung mit einem Racheakt konfrontiert ist. Hier spielt Servilia bereits eine maßgebliche Rolle. Sie wagt es, den Heiratsantrag des Kaisers abzulehnen, setzt sich für ihren Bruder Sesto ein, der von Vitellia zum Mord an Titus angestachelt wird. „Die Partie reizt mich, weil Servilia eine wahrhaftige, mutige Person ist, die sich in einer Welt, die viele Gefahren birgt, furchtlos zeigt“, betont Körber. „Im zweiten Akt ist sie es, die Vitellia ins Gewissen redet, sie ist die, die handelt.“

Mit Henry Arnold, dem deutschen Regisseur, der im Vorjahr in Bregenz Beethovens „Fidelio“ inszeniert hat, arbeitet Sophia Körber erstmals zusammen. Dass er abgesehen von der Hinzufügung von einigen Schauspielern zur Verdoppelung der Rollen von Sesto und Vitellia in die Rezitative eingegriffen hat, das heißt, viele, die im Übrigen ohnehin von Süßmayr stammen, gestrichen und ein paar deutsche Texte hinzugefügt hat, behagt ihr: „Das bringt auch für das Publikum etwas, es treibt die Handlung gut voran.“

Offen für neue Musik

Sophia Körber hat noch neben dem Probenbeginn in Bregenz an der Deutschen Oper in Berlin die Hauptpartie in der „Schneekönigin“ von Penderbayne (nicht zu verwechseln mit jener „Snow Queen“ von Abrahamsen, die gerade in München uraufgeführt wurde) gesungen. Abgesehen von ihrer Leidenschaft für die klassische und die romantische Musik sei sie geradezu ein Fan von neuer Musik. „Es war interessant gerade noch die Gerda zu singen, ich habe gespürt wie die Partien einander inspirieren. Durch die Arbeit mit Mozart bekam ich mehr Weichheit in die neue Musik und durch die Arbeit mit der neuen Musik habe ich mehr Direktheit für die Partie der Servilia erlangt.“

Das Repertoire, zu dem neben Opern auch Konzertpartien und Oratorien zählen, breit zu halten, ist ihr ein besonderes Anliegen. „Das Wichtigste ist, dass ich so lange wie möglich singen kann“, erklärt sie. Mozart möchte sie ihr Leben lang begegnen. Eine Oper des Komponisten war schließlich entscheidend für die Berufswahl. Bei „Le nozze di Figaro“ war es sozusagen um sie geschehen. Nach dem Abitur stellte sich die Frage, ob sie, wie es hieß, „etwas Vernünftiges“ macht und Medizin studiert oder ob sie ihrem Herzen folgt. Dass sie dann auf ihr Inneres hörte, also die harte Ausbildung auf sich nahm und nun sehr diszipliniert lebt und arbeitet und „niemals aufhört zu lernen“, hat sie noch nie bereut: „Ich habe festgestellt, dass ich für meinen Beruf brenne. Es war die richtige Wahl.“ VN-cd

„Ich habe festgestellt, dass ich für meinen Beruf brenne.“

Premiere von „La clemenza di Tito“ von Mozart am 31. Jänner, 19.30 Uhr im Bregenzer Kornmarkttheater. Mehrere weitere Aufführungen: www.landestheater.org