The-Calling-Sänger: „Ich ging durch die Hölle und zurück“

Kultur / 29.01.2020 • 14:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Alex Band ist seit einigen Jahren solo unterwegs und präsentiert in Dornbirn neben alten Hits auch neue Songs.

Mit „Wherever You Will Go“ landete er einen weltweiten Erfolg. Nun ist Alex Band von „The Calling“ auf Europatournee und macht im Conrad Sohm halt.

Tanja Schwendinger

Dornbirn Frontmann und Gründungsmitglied von „The Calling“, Alex Band, kann auf eine weltweit erfolgreiche Musikkarriere zurückblicken. Mit „Wherever You Will Go“ gelang der Band aus Kalifornien 2001 ein Sensationserfolg. Auf YouTube wurde der Hit bis heute rund 400 Millionen Mal aufgerufen. Trotz Parkinson-Diagnose hat Alex Band, der mittlerweile solo unterwegs ist, der Musik die Treue gehalten. Heute gastiert er im Rahmen seiner Europa- und UK-Tour im Conrad Sohm in Dornbirn. Im Gepäck hat er eine bunte Mischung aus alten Hits und neuen Songs.

Wann hast du deine Liebe zur Musik entdeckt?

Ich habe schon gesungen, bevor ich sprechen konnte. Es gibt ein Video von mir als ich drei Jahre alt war und auf dem ich gesagt habe, dass ich ein Rockstar werden möchte, wenn ich einmal groß bin (lacht). Mit sechs Jahren habe ich mir Saxophonspielen und andere Blasmusikinstrumente beigebracht. Dann folgten Gitarre und Klavier. Mit elf Jahren nahm ich mein erstes Album auf und trat mit zwölf Jahren erstmals vor Publikum auf. Mit 15 habe ich „Wherever You Will Go“ geschrieben. Also ja, ich neige dazu zu glauben, wenn etwas vorbestimmt ist, spielt das Alter keine Rolle.

Kannst du dich noch an dein erstes Konzert erinnern, das du besucht hast?

Oh ja! Mein Vater nahm mich zu seinem Lieblingskünstler Paul McCartney mit, als ich fünf Jahre alt war, und wir saßen in der ersten Reihe. Von da an war ich immer mehr von der Musik besessen und hörte mir alle Alben meines Vaters an. Jener Moment, der mein Leben für immer verändert hat, war, als ich mit meiner Familie im Alter von sechs Jahren nach Paris gefahren bin, um das Phantom der Oper zu sehen. Irgendwie ist daraus auch der Musikstil von „The Calling“ entstanden. Dunkle, orchestrale Musik, gemischt mit einer Prise Paul McCartney und Bon Jovi.

„Wherever You Will Go“ hat auf YouTube fast 400 Millionen Klicks.

„Wherever You Will Go“ hat Rekorde auf der ganzen Welt gebrochen. Wie groß war der Druck damals für die Band, einen weiteren Hit zu landen?

Der Druck war sehr groß, aber wir haben es geschafft, ohne uns zu viele Gedanken darüber zu machen. Es folgten viele weitere Nummer-1-Hits. Ich glaube aber nicht, dass ich jemals einen Song veröffentlichen werde, der so groß wird wie „Wherever You Will Go“, wenn man bedenkt, dass er neun Jahre später vom Billboard Magazine als Song des letzten Jahrzehnts ausgezeichnet wurde. Das ist einfach verrückt. Ich kann mich sehr glücklich schätzen.

Die Fans haben dir nach so vielen Jahren aber immer noch die Treue gehalten – auch als du angefangen hast, solo durchzustarten.

Es ist unglaublich, dass die gleichen Fans, die ich vor 19 Jahren auf der ganzen Welt gesehen und getroffen habe, noch heute zu meinen Konzerten kommen. Das zeigt mir, welche Kraft Musik haben kann. Es ist toll, mit meinen Fans älter zu werden und ihnen zuzusehen, wie sie erwachsen werden und genau wie ich eine eigene Familie gründen. Mein Sohn Max ist drei Jahre alt und weiß genau, was ich beruflich mache, aber er hat mich noch nie live gesehen. Für ihn bin ich nur „Dad“ – und das liebe ich.

Ist ein neues Album in Planung?

Ja, meine Fans dürfen sich auf ein neues Album gegen Ende des Jahres freuen. Ich hatte immer das Gefühl, dass 2020 Großartiges für mich bringen wird. Es ist erst Jänner und ich bin bereits auf der längsten verrückten Europa- und UK-Tournee, die ich je gemacht habe. Obwohl die letzten acht Jahre für mich nach der Parkinson-Diagnose sehr schwer waren, begann ich in dieser Zeit Songs zu schreiben und sie nach und nach aufzunehmen. Bevor ich es bemerkt habe, hatte ich drei vollständige Alben mit neuem Material aufgenommen. Daraus habe ich die zwölf besten Songs ausgewählt. Ich kann es kaum erwarten, dass meine Fans und die Welt es bald hören.

Was gibt es von dir im Conrad Sohm zu hören?

Ich freue mich sehr, nach Dornbirn zu kommen. Ich bin die letzten acht Jahre durch die Hölle und zurück gegangen. Es ist ein Wunder, dass ich endlich wieder auf einer Bühne stehen und jede Nacht besser performen kann als noch vor 20 Jahren. Dornbirn kann von der Show dasselbe Maß an Energie erwarten, das wir in alle unsere Shows stecken, egal wo oder für wie viele Leute wir auftreten. Das Publikum kann all seine Lieblingslieder hören, die ich in den letzten 20 Jahren veröffentlicht habe: von den besten Songs beider „The Calling“ -Alben, den Hits und Fanfavoriten meines Solo-Albums bis hin zu neuen Songs.

„Alex Band of The Calling“ gastiert am 30. Jänner um 19 Uhr im Conrad Sohm in Dornbirn. Einlass: 18.30 Uhr