Berlinale streicht Alfred-Bauer-Preis nach NS-Vorwürfen

Kultur / 30.01.2020 • 18:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Berlin Nach einem Zeitungsbericht über die Vergangenheit des früheren Berlinale-Leiters Alfred Bauer will das Filmfestival den nach ihm benannten Preis nicht mehr vergeben. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hatte zuvor berichtet, Bauer sei ein „hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie“ gewesen. In dem Artikel würden „Quellen zitiert, die die Rolle von Alfred Bauer, dem ersten Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin, in der nationalsozialistischen Filmpolitik neu beleuchten“, teilten die Internationalen Filmfestspiele am Mittwochabend mit. Die Interpretation dieser Quellen lege nahe, dass er bedeutende Positionen in der NS-Zeit innegehabt habe. „Angesichts dieser neuen Erkenntnisse wird die Berlinale den ‚Silberner Bär Alfred Bauer Preis‘ aussetzen“, teilte eine Berlinale-Sprecherin mit.

Alfred Bauer hatte die Filmfestspiele in Berlin von 1951 bis 1976 geleitet. Der Preis wurde seit 1987 verliehen, zuletzt als eine von mehreren Bären-Auszeichnungen im Wettbewerb. Im vergangenen Jahr hatte ihn die Regisseurin Nora Fingscheidt für ihren Film „Systemsprenger“ bekommen.