Buhs und Jubel für die Urfassung des „Fidelio“

Kultur / 02.02.2020 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Jennifer Davis und Katrin Röver (Leonore), Falk Struckmann (Rocco).oper/Pöhn
Jennifer Davis und Katrin Röver (Leonore), Falk Struckmann (Rocco).oper/Pöhn

Wien Als zentralen Beitrag zum Beethovenjahr 2020 hat die Wiener Staatsoper die Urfassung von Beethovens Oper „Fidelio“ herausgebracht. Die minimalistische Regie von Amélie Niermeyer im Bühnenbild von Alexander Müller-Elmau betonte die Längen des Stücks, die mit dafür verantwortlich waren, dass die Uraufführung im Jahre 1805 ein Flop wurde und Beethoven gezwungen war, das Werk zu überarbeiten. So gab es Buhsalven für das Regieteam.

Dirigent Tomas Netopil und die Solisten, darunter Jennifer Davis als Leonore und Benjamin Bruns als Florestan, wurden bejubelt. Die Handlung hatte Niermeyer in ein modernes Gefängnis verlegt, das wie die Schalterhalle eines Bahnhofs aussah. Anders als in Beethovens idealistischem Original, das mit Rettung und Lobpreis von Liebe und Gerechtigkeit endet, inszeniert Niermeyer das Finale rabenschwarz mit dem Tod Leonores, die von Pizarro erstochen wird, als sie sich schützend vor ihren Geliebten wirft. Der Figur der Leonore stellt die Regisseurin eine Schauspielerin als zweites Ich an die Seite.