Überzeugt, dass die Menschen in der Lage sind, umzudenken

Kultur / 02.02.2020 • 20:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Daniela Egger ist Schriftstellerin und sensibilisiert als Kulturvermittlerin für wesentliche Themen wie Klimaschutz und Demenz. VN/Steurer
Daniela Egger ist Schriftstellerin und sensibilisiert als Kulturvermittlerin für wesentliche Themen wie Klimaschutz und Demenz. VN/Steurer

Theaterstück zum Klimaschutz von Daniela Egger wird am Landestheater uraufgeführt.

Bregenz Selbstverständlich sei es deprimierend, dass viele UN-Mitgliedsstaaten nicht einmal die Möglichkeiten haben, die Umsetzung jener 17 Nachhaltigkeitszeile angehen zu können, die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen vor nahezu fünf Jahren verabschiedet wurden, erklärt Daniela Egger. Und dann gäbe es ja noch Politiker, wie den Präsidenten der Vereinigten Staaten, denen etwa der Klimaschutz lediglich eine zynische Bemerkung wert ist. Die Vorarlberger Schriftstellerin hat sich trotz allem dazu entschieden, ihre Sensibilisierungsarbeit nicht aufzugeben. „Ich wanke immer zwischen Verzweiflung und der Überzeugung, dass die Menschen dann doch in der Lage sind, umzudenken.“ Ein sichtbares Zeichen ihrer Überzeugung ist das jüngst verfasste Stück „Who cares? Welche Krise?“, das am Vorarlberger Landestheater uraufgeführt und Schulen angeboten wird.

Aus Fehlern lernen

Beseitigung des Hungers in der Welt, der Zugang zu sauberem Wasser, nachhaltige Energieversorgung, Gleichberechtigung: Wie lassen sich derart komplexe Themen überhaupt zu einem Theaterstück verdichten? „Wir haben einen Weg gefunden, indem wir auch eine Beziehungsgeschichte erzählen“, verweist sie auf die zurückliegende Arbeit. Zwei junge Menschen sind mit einer Umweltschutzaktion gescheitert. Sie haben aber analysiert, was falsch gelaufen ist und berichten darüber, damit andere Engagierte daraus lernen können. Dabei fließen dann auch die privaten Erlebnisse ein und schon ergibt sich ein spannendes Stück.

Daniela Egger (geb. 1967 in Hohenems), Herausgeberin von Anthologien und Autorin von Erzählbänden wie „Der Steward hätte die Tür nicht öffnen dürfen“, hat bereits mit Jugendtheatergruppen gearbeitet. Im Vorjahr wurde das Stück „An der Schwelle“ aufgeführt, das von Frauen erzählt, die auf verschiedenen Gebieten Leistungen erbrachten, von der Geschichtsschreibung aber oft übersehen wurden.

Als Kulturvermittlerin arbeitet Egger auch mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind oder mit solchen, die davon betroffen sind, etwa Erkrankte betreuen. „Es ist auch eine Sensibilisierungsarbeit“, denn wenn die Zahlen stimmen, dann werde uns das Thema noch sehr beschäftigen. Tipps zur Vorbeugung sind gar nicht so einfach zu geben, meint sie. Grundsätzlich sei alles, was Stress verursacht, ungünstig, wenn man aber beispielsweise als älterer Mensch mit Begeisterung noch ein Musikinstrument oder eine weitere Fremdsprache erlernt, wenn man sich ohne Druck viel bewegt, könne man den Krankheitsverlauf verzögern. VN-cd

Uraufführung von „Who cares? Welche Krise?“ von Daniela Egger am 4. Februar, 19.30 Uhr, in der Box im Theater am Kornmarkt in Bregenz: www.landestheater.org