Leipziger Studenten widmen sich Vorarlberger Künstlerin

Kultur / 05.02.2020 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Kollektiv XYlit aus Leipzig hat den Wettbewerb gewonnen und wird sein Stück über Paula Ludwig umsetzen. zwischentöne/rhomberg
Das Kollektiv XYlit aus Leipzig hat den Wettbewerb gewonnen und wird sein Stück über Paula Ludwig umsetzen. zwischentöne/rhomberg

Musikdrama-Projekt zur Autorin und Malerin Paula Ludwig wird mit dem Hugo-Preis ausgezeichnet.

feldkirch Beim Finale des internationalen Studierendenwettbewerbs der Montforter Zwischentöne konnte sich das Kollektiv XYlit  aus Leipzig durchsetzen. Die Entscheidung für die Sieger fiel nach den Aufführungen kurzer Beiträge der vier Finalisten eindeutig aus: Mit  „Traumlandschaft“ überzeugte das Team aus Leipzig nicht nur die Jury, auch das Publikum sprach sich für das Konzept aus. Auf dem zweiten Platz landete „The hell is real“ des Teams aus Nürnberg, auf Platz drei kam der Feldkircher Beitrag „Wir sind Bärenkreuzung“, der kritisch und kreativ ein Vorarlberger Verkehrsproblem behandelt und einige Interaktionen vom Publikum verlangt.

Ausgangspunkt im Siegerstück ist der Text „Traumlandschaft“ von Paula Ludwig (1900-1974). Dabei verbindet das Kollektiv XYlit Erinnerungssplitter, Anekdoten und andere biografische Abzweigungen, die Ludwigs Leben markierten, mit Eigenkompositionen, und zwar Vertonungen von Texten von Paula Ludwig, und Kompositionen von Zeitgenossen. Paula Ludwig kam in Feldkirch zur Welt, lebte in München und Berlin als Autorin und bildende Künstlerin, kam mit Persönlichkeiten wie Erika und Klaus Mann oder Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky in Kontakt und stand mit Yvan Goll in Verbindung, was beide auch zu literarischen Arbeiten inspirierte. Als Gegnerin des Nationalsozialismus verließ sie Deutschland und lebte einige Jahre in Brasilien. Literaturfreunde erinnern sich noch bestens an Erzählungen ihres Sohnes Friedel Ludwig, den Ulrike Längle als einstige Leiterin des Felder-Archivs ins Land lud.

Uraufführung im Juni

Die Jury, besetzt mit Peter Paul Kainrath, Intendant des Klangforum Wien, Frauke Bernds, Leiterin der Konzertplanung der Kölner Philharmonie, Maximilian Maier, Musikredakteur Bayerischer Rundfunk und Sarah Wedl-Wilson, Rektorin der Hanns Eisler Hochschule für Musik in Berlin, ließ sich vom Zusammenspiel von Wort und Musik in diesem zehnminütigen Ausschnitt aus dem Werk überzeugen. Das Siegerprojekt wird am 10. Juni in Feldkirch aufgeführt.

Es wird am Engagement privater Musikförderer liegen, ob auch der Bärenkreuzung-Beitrag des Vorarlberger Teams einmal in voller Länge gezeigt werden kann. VN-cd

„Man bekommt einen Trailer, der Lust machen muss auf mehr. Und das ist hier geglückt.“

Das Siegerprojekt wird am 10. Juni im Rahmen der Montforter Zwischentönen im Feldkircher Montforthaus uraufgeführt.