„Die Niere“ kommt ins Kino

Kultur / 13.02.2020 • 21:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Szene aus der Aufführung von „Die Niere“ in den Kammerspielen des Wiener Theaters in der Josefstadt. josefstadt/Astrid Knie
Szene aus der Aufführung von „Die Niere“ in den Kammerspielen des Wiener Theaters in der Josefstadt. josefstadt/Astrid Knie

Das Stück von Stefan Vögel wird neben Deutschland und Österreich in zahlreichen Ländern gespielt.

Götzis Die Szenen sind bereits im Kasten. Zwei Ehepaare haben nach einer alles verändernden Diagnose die Überprüfung ihrer Bindungsfähigkeit mit allen Höhen und Tiefen, mit Schmerz und Lust, Ernst und Humor durchlaufen, im Herbst kommt die Verfilmung des Stücks „Die Niere“ von Stefan Vögel als deutsch-österreichische Produktion in die Kinos.

Mit der Bühnenfassung fährt der Vorarlberger gerade Erfolge ein. Kurz nach der Uraufführung in Berlin fand im Mai letzten Jahres, wie berichtet, die österreichische Erstaufführung in den Kammerspielen des Wiener Theaters in der Josefstadt statt, wo die Aufführungsserie erst vor wenigen Tagen beendet wurde. Mittlerweile sieht Vögel neben den Aufführungen an verschiedenen Bühnen in Deutschland Produktionen von „Die Niere“ in Polen, Tschechien, der Schweiz oder Bulgarien entgegen. Er wisse nach der Fertigstellung des Textes nie, ob das Stück ein Hit werden kann, seine Verlegerin ist in diesem Fall definitiv davon ausgegangen und behielt somit recht. „Vielleicht, weil es ein ernstes und relevantes Thema behandelt und dennoch unterhaltsam ist“, sucht er nach einer Erklärung.

Michael Kreihsl hat das Drehbuch für den Film verfasst und Regie geführt, die Besetzung ist namhaft: Samuel Finzi, Pia Hierzegger, Inka Friedrich und Thomas Mraz standen vor der Kamera. Er habe sich mit Kreihsl intensiv ausgetauscht, aber sonst gelte das, was auch gegenüber Schauspielregisseuren gilt: Vögel übergibt sein Werk in die Hände der jeweiligen Kreativen.

Neues Stück zum Kopftuch

Derweil hat er sich keine Pause gegönnt. Ein neues Stück wurde soeben fertiggestellt und an den Verlag geliefert. „Was passiert in unserer Gesellschaft, wenn eine Frau freiwillig und beispielsweise ohne zum Islam zu konvertieren, ein Kopftuch trägt und sich die Freiheit nimmt, es auch abzulegen, wenn ihr es gerade passt?“, diese Frage habe ihn beschäftigt. Dabei hat er versucht, die Gründe der Ablehnung eines Kopftuchs und die Gründe für das Zulassen von möglichst vielen Seiten zu beleuchten. „Es ist ein ernstes, vielleicht auch ein sperriges Thema, aber es ist eine Komödie.“ Die Position, die er selbst vertritt, sei so weit kein Thema, dass er sie gar nicht weiter erläutern wollte. Eine relativ entspannte Haltung, lässt er jedoch durchblicken.

„Ich weiß nie, ob ein Stück ein Hit wird. Diesmal hat es meine Verlegerin vorausgesagt.“

Szene aus „Die Niere“ in der Komödie am Kurfürstendamm Berlin. Diese Produktion wird nun in Götzis gezeigt. Theater/Barbara Braun
Szene aus „Die Niere“ in der Komödie am Kurfürstendamm Berlin. Diese Produktion wird nun in Götzis gezeigt. Theater/Barbara Braun

Eine Berliner Produktion des Stücks „Die Niere“ wird am 14. und 15. Februar, 20 Uhr, in der Bühne AmBach in Götzis gezeigt.