Vom Videospiel auf die große Leinwand

Kultur / 14.02.2020 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der kleine blaue Igel Sonic ist eine Videospielikone, nun kommt er ins Kino.  AP

„Sonic The Hedgehog“ ist ein rasanter und liebevoll gemachter Actionfilm

abenteuer Videospielklassiker ins Kino zu bringen, ist immer ein Wagnis. Werden die Spielefans die Umsetzung ihres interaktiven Lieblings als Filmfigur akzeptieren? Taugt das Ganze auch für normale Kinogänger, die das Spiel nicht kennen? Und nicht zuletzt: Gibt es überhaupt eine Geschichte, die auf Spielfilmlänge trägt? Bei „Tomb Raider“ mit Actionstar Lara Croft hat das hervorragend geklappt; auch die Handyspiellieblinge „Angry Birds“ flogen erfolgreich über die Leinwand. Nun stürmt „Sonic The Hedgehog“, der blaue Überschall-Igel, erstmals in die Kinosäle – und nach einem stotternden Start wegen zahlreicher Fan-Proteste hat das Endergebnis ordentlich Schwung.

Für die Story setzt Regisseur Jeff Fowler mit seinen Drehbuchautoren Pat Casey und Josh Miller auf ein bewährtes Rezept: Er geht ganz an den Anfang der Geschichte von Sonic. Der außerirdische Igel musste demnach im Alter von fünf Jahren auf der Flucht vor Bösewichten seinen Heimatplaneten verlassen und auf der Erde Zuflucht suchen. Hier hat er zehn Jahre praktisch unentdeckt gelebt, doch jetzt quält den Teenie die Einsamkeit.

Und damit beginnt das große Sonic-Abenteuer, das den Alien-Igel im realen Videospielleben bereits seit 29 Jahren durch ungezählte Level hüpfen und rennen lässt. Der Software- und Konsolenkonzern Sega hatte Sonic 1991 als sein Maskottchen erschaffen und damit eine der bekanntesten Figuren der Videospielwelt kreiert – quasi in direkter Konkurrenz zu Nintendos erfolgreichem Klempner Super Mario. Mittlerweile stellt Sega keine Wohnzimmerspielkonsolen mehr her, so dass Mario und Sonic in manchen Videospielen wie den „Olympischen Spielen“ gemeinsam auf Punktejagd gehen.

„Sonic The Hedgehog“ ist ein rasanter Actionfilm, der Grundschulkindern ebenso großen Spaß machen dürfte wie älteren Sonic-Fans. Zahlreiche witzige Dialoge, schöne Zeitlupenideen und die liebevolle Animation des Titelhelden machen den Film absolut sehenswert.