Wie der Kultursommer in Bregenz ausschaut

Kultur / 30.06.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie der Kultursommer in Bregenz ausschaut
Keine Festspiele, nur Festtage im August und eine andere, durchaus kreative Beflaggung in Bregenz: 2020 ist Covid19-bedingt alles anders. STADT BREGENZ/MITTELBERGER

Landeshauptstadt Bregenz bietet Kultursommer mit vielen Partnern – auch den Festspielen.

Bregenz Eines gleich vorweg: Es gibt viel mehr als bislang auf den neu gestalteten Litfaßsäulen im Stadtraum, durch die ebenfalls neue Beflaggung und auf dem Internetportal der Landeshauptstadt sichtbar ist. Im Jahr, in dem die etwa fünfwöchigen Festspiele durch die auf etwas mehr als ein Fünftel reduzierten Festtage ersetzt werden müssen, weil uns das verdammte Coronavirus dazu zwingt, mindestens einen Meter Abstand zueinander zu halten, die Seebühnen-Oper von der Bundesregierung zum No-Go erklärt wurde oder Veranstaltungssäle nur zu etwa einem Drittel besetzt werden dürfen, ruft die Stadt Bregenz dennoch einen Kultursommer aus. Man dürfe in einer “ungeheuren Zeit” eine “ungeheure Vielseitigkeit erleben”, erklärte Bürgermeister Markus Linhart beim Startakt vor Medienvertretern am Montagvormittag.

Finanzielle Mittel in der Höhe von 80.000 bis 100.000 Euro habe man dafür aufgewendet, heißt es als Antwort auf die Frage der Vorarlberger Nachrichten. Während die städtischen Mitarbeiter gerade in der zentralen Rathausstraße die neuen Flaggen montierten, auf denen etwa die Begriffe “vielseitig” oder “anziehend” zu lesen sind, kommt man bei Durchsicht der ersten Termine zum Schluss, dass es sich erst einmal um eine Bündelung des Angebots verschiedener Kulturanbieter handelt.

Zahlreiche Kooperationspartner

So sei es auch, man verstehe sich auch als Servicestelle, erläutert Linhart eine Initiative in diesem Kultursommer, auf die Beobachter ohnehin schon lange gewartet haben. Was im Vorarlberg Museum, dem Kunsthaus oder in den Galerien läuft, ist rasch ersichtlich. Die Institutionen des Landes weisen sich somit im Besonderen als Partner der Landeshauptstadt aus. Hinzu kommen etwa das Symphonieorchester Vorarlberg, die Berufsvereinigung bildender Künstler, das Theater Kosmos (in dem am 9. Juli mit “Infantizid, Femizid, Suizid” von Felix Kalaivanan und Amos Postner bereits die erste außertourliche Produktion läuft), die Vorarlberg Lines (die auf der Sonnenkönigin Kammermusik anbieten) und die Bregenzer Festspiele.

Winzige Seebühne in Planung

Zu den Projekten, die den VN am Rande der Medieninformation als noch in Planung befindlich bestätigt wurden, zählt die Bespielung eines Kahns auf dem See. Sollte mit den Genehmigungen und Sicherheitsauflagen alles klappen, werden den Flanierern am Seeufer darauf Eindrücke aus früheren Festspielproduktionen offeriert. Ebenfalls in Abklärung befinden sich Übertragungen von Konzerten in den öffentlichen Raum. Nachdem eine coronataugliche Open-Air-Produktion, die der Kulturveranstalter Willi Pramstaller mit den Unpop-Ensemble und dem Walktanztheater realisiert hat, bereits auf große Begeisterung gestoßen ist, wurden weitere Kleinprojekte oder dramatische Interventionen im Stadtraum in Aussicht gestellt.

Fix im Programm ist bereits die große Sommerausstellung der Stadt im Palais Thurn und Taxis. Dazu wird nicht nur das Depot geöffnet, einige Arbeiten wurden eigens neu geschaffen. Im Martinsturm, der einen besonders beeindruckenden Blick auf den Bodensee gewährt, wird die Badekultur behandelt. Im Geld schwimmt die Landeshauptstadt bekanntermaßen nicht. Was sich “Bregenz Biennale” nennt, erweist sich als kleine, von Bernhard Garnicnig und Marlene A. Schenk kuratierte Ausstellungen, mit denen das Programm Ende August fortgesetzt wird.