Es prickelt unter freiem Himmel beim Poolbar-Festival

Kultur / 26.07.2020 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Poolbar-Team verbaute 1200 Paletten, 80 Kubikmeter Holz und verbrauchte 50 Spraydosen, um die Plätze zu markieren. <span class="copyright">Matthias Rhomberg </span>
Das Poolbar-Team verbaute 1200 Paletten, 80 Kubikmeter Holz und verbrauchte 50 Spraydosen, um die Plätze zu markieren. Matthias Rhomberg

Heuer setzen die Veranstalter auf regionale Künstler und eine tragfähige Architektur.

Feldkirch Wie Brausepulver auf der Zunge – es prickelt, knistert und macht glücklich. Das Poolbar-Festival hat einen guten Start hingelegt. „Das 80-köpfige Team möchte die Coronakrise als Chance nutzen. Heuer können österreichische Musiker aus dem Schatten treten. Daneben sollen auch kulturelle Veranstaltungen nicht zu kurz kommen,“ sagt Geschäftsführer Herwig Bauer.

Das Poolbar-Team verbaute 1200 Paletten, 80 Kubikmeter Holz und verbrauchte rund 50 Spraydosen, um die zugewiesenen Plätze der Besucher zu markieren. Wer das Festivalgelände betritt, stößt auf eine riesige Terrasse, 300 Bierkistenmöbel und großflächige Illustrationen. Das Kollektiv Brause, bestehend aus den Masterabsolventinnen Sophia Wäger und Barbara Oppelt, widmet sich Gefühlszuständen. „Denn auch wenn die Welt stillzustehen scheint, wollen wir mit unseren Arbeiten das Positive in den Vordergrund rücken. Die farbenfrohen Symbole, Formen und Figuren sollen zu prickelnden Gedanken anregen“, sagt die Hohenemserin Sophia Wäger. Gebrauchte Ölfässer wurden in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Alpla und Bertsch zu Müllrecyclingstationen umfunktioniert. Ziel ist es, ökologische Fußabdrücke zu verdeutlichen und Plastik als Wertstoff in den Mittelpunkt zu rücken.

Sprungtürme im öffentlichen Raum machen auf die „Sustainable Development Goals“ der UN aufmerksam. <span class="copyright">M. Rhomberg </span>
Sprungtürme im öffentlichen Raum machen auf die „Sustainable Development Goals“ der UN aufmerksam. M. Rhomberg

Am Leonhardsplatz und vor dem Landesgericht Feldkirch wurden zwei Sprungtürme von Schülern der Kunstschule Liechtenstein neu inszeniert. Die Betrachter sollen auf die „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen aufmerksam gemacht werden. Die Wienerin Theresa Hattinger okkupiert das Dach des Tiefgaragenaufgangs im Reichenfeld-Areal. Mit ihrer kritischen Auseinandersetzung mit dem Schlaraffenland, möchte sie die Frage aufwerfen, nach welchen Zielen man in der heutigen Zeit strebt. Der steirische Künstler Clemens Hollerer befasst sich mit Grenzen und der Vergänglichkeit. Seine zwölfteilige Installation „Drown“ baumelt unter der Verbindungsbrücke zwischen Reichenfeld-Areal und der Innenstadt. Direkt vor dem Eingang zum Alten Hallenbad befindet sich das Werk „Stilles Örtchen“ von Melanie Moser. Es handelt sich dabei um einen schwarzen Raum, der für die Besucher als Rückzugsort dienen soll. Die Festivalarchitektur kommt bei den Besuchern gut an und hat sich als praktisch, anregend und optisch schön anzusehen erwiesen.

Am Samstag überzeugte der Schlinser Musiker Erich Budin alias „She’s a Reverb“. <span class="copyright">M. Rhomberg </span>
Am Samstag überzeugte der Schlinser Musiker Erich Budin alias „She’s a Reverb“. M. Rhomberg

Bereits am ersten Wochenende fanden sich zahlreiche Besucher auf der Terrasse ein. Am Samstag überzeugte der Schlinser Musiker Erich Budin alias „She’s a Reverb“ mit authentischen Songs und eingehende Melodien. Die Themen Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene wurden bei einer Diskussion auf der Waldbühne aufgegriffen. Beim Jazzbrunch, der jeden Sonntag stattfindet, stand das österreichische Trio Owls auf der Bühne und begeisterte die Zuhörer mit seinem facettenreichen Repertoire.

Am Montag wird beim Rösslepark der erste Open-Air-Filmabend stattfinden. Daneben stehen diese Woche unter anderem noch Konzerte, das Pool-Quiz und eine Plattenbörse auf dem Programm. Miriam Sorko

Das Poolbar-Festival läuft bis 30. August im Feldkircher Reichenfeld-Areal. www.poolbar.at

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