Einer, der die Hülle und Fülle im Land zeigen will

Kultur / 03.11.2020 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Einer, der die Hülle und Fülle im Land zeigen will
Projektinitiator Florian Gerer, der sich selbst der Fotografie und Multimediakunst widmet, möchte die kulturelle Teilhabe stärken. GERER

Florian Gerer schafft eine Plattform mit Selbstporträts für Vorarlberger Kunstschaffende.

Hard Im Zuge des ersten Lockdowns im Frühjahr wurde dem Künstler und Lehrer Florian Gerer (34) einmal mehr bewusst, wie schwierig sich die Situation für viele Kunstschaffende in Vorarlberg darstellt. „Die prekäre Arbeitssituation in diesem Bereich ist nicht neu, aber durch die Coronakrise wurde wieder ein Dialog hervorgerufen, der längst überfällig war. Neben den hauptberuflich tätigen Künstlern gibt es auch viele Kunstschaffende, die sich ehrenamtlich in diesem Bereich engagieren“, betont Gerer.

Momentan forscht der Projektinitiator im Rahmen seiner Masterarbeit an der Fachhochschule Vorarlberg zum Thema kulturelle Teilhabe und mögliche Wege, diese zu verstärken. Durch sein Studium und den Austausch mit der IG Kultur und Maria Simma von der Berufsvereinigung für Künstlerinnen und Künstler in Bregenz ist ihm die Idee gekommen, die Plattform „Wir machen Kunst!“ zu entwickeln. Vom Vorarlberger Kulturservice hat der Harder 500 Euro Unterstützung für die Umsetzung seines Projekts erhalten. „Es ist mir ein Anliegen, die Sensibilisierung für die Bedeutung von Kunst und Kultur in Vorarlberg nachhaltig voranzutreiben und die Wertigkeit hervorzuheben“, sagt der Projektinitiator und fügt hinzu: „Ich möchte vorhandene Berührungsängste weiter abbauen.“

Künstlerinnen und Künstler können rund fünfminütige Videos in Form von Selbstporträts aufnehmen, die anschließend auf der Homepage www.wirmachenkunst.at veröffentlicht werden. Der Zugang soll möglichst einfach sein, wer sich beteiligen möchte, bekommt neben einem Leitfaden auch Vorlagen und wird bei Bedarf beim Schneiden des Streifens unterstützt. Im Zuge des Videos beantworten die Teilnehmer zehn Fragen über ihre eigene Tätigkeit. Hintergrund der Idee ist die Tatsache, dass professionelle filmische Porträts mit hohen Kosten verbunden sind, was wiederum dazu führt, dass insbesondere renommierte und etablierte Künstler zum Zug kommen.

Menschen inspirieren

Durch die neue Plattform soll die Vielfalt vor den Vorhang geholt werden. Der Fokus liegt auf lokalen Künstlerinnen und Künstlern, die in Vorarlberg leben und arbeiten. Das Projekt ist nicht nur auf bildende Kunst reglementiert, sondern soll auch der angewandten Kunst offenstehen. „Musiker, Tänzer oder Theatermacher können sich ebenfalls beteiligen. Die filmischen Selbstporträts können im Unterricht eingesetzt werden, als Datenbank dienen und Interessierten einen Einblick geben. Über das Videomaterial können die Beteiligten auch frei verfügen.“ Das Projekt befindet sich momentan noch im Aufbau und soll stetig weiterentwickelt werden. „Ziel ist es, die kulturelle Teilhabe zu fördern und Menschen zu inspirieren. In der Zukunft wäre es denkbar, dass sich durch die Plattform weitere Berührungen ergeben, wie zum Beispiel Schulprojekte. Der Vorteil liegt darin, dass die gesamte Vielfalt wahrgenommen wird und die Selbstporträts mit möglichst wenig Aufwand zur Verfügung gestellt werden können.“ mir

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