Selina aus Viktorsberg verfolgt einen großen Traum

Kultur / 09.11.2020 • 19:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Selina aus Viktorsberg verfolgt einen großen Traum
Selina Nenning widmet sich dem Medium Film. ARNOLD BAUER

Die 26-Jährige studiert an der Filmakademie in Wien Produktion.

Wien, Viktorsberg Gerade im Filmbusiness ist es schwer, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Selina Nenning (26) aus Viktorsberg hat es geschafft, sie hat einen der begehrten Studienplätze an der Filmakademie in Wien ergattert. Nach der Matura am BORG Götzis reiste sie ein Jahr rund um die Welt und fasste den Entschluss, ihre Träume in der Realität umzusetzen. Schon damals hat sie mit dem Gedanken gespielt, sich an der Filmakademie zu bewerben. Schlussendlich entschied sie sich für das Intermediastudium an der Fachhochschule Vorarlberg. „Während des Bachelorstudiums hatte ich die Möglichkeit, verschiedene Bereiche und Berufsfelder kennenzulernen. Nach meinen Abschluss 2018 stand für mich fest, dass ich mich verstärkt dem Medium Film widmen möchte.“

Aufgeben keine Option

Sie packte ihre Koffer zog nach Wien und arbeitete eineinhalb Jahre bei einem großen Mobilfunkunternehmen im Bereich Kommunikation und Content-Management. „Ich befasste mich mit der Programmplanung eines TV-Senders, der Umsetzung von Projekten und der Verwaltung einer Online-Plattform. Währenddessen bewarb ich mich das erste Mal an der Filmakademie Wien für den Masterstudiengang und wurde nicht aufgenommen,“ blickt Nenning zurück. Aufgeben war für die junge Vorarlbergerin keine Option, im Jahr darauf bewarb sie sich für ein Bachelorstudium im Bereich Produktion. „Mir war bewusst, dass die Latte an der Filmakademie hoch angelegt wird. Diese Ausbildung eröffnet viele Chancen.“ Am Ende des vierteiligen Aufnahmeprozesses stand fest, dass sie heuer einen von nur zwei Studienplätzen im Bereich Produktion erhalten hat. In ihrem Jahrgang, der aus 15 Personen besteht, ist sie die einzige Vorarlbergerin. Die ersten drei Semester studieren die Filmschaffenden gemeinsam, bevor sie sich in ihren Bereichen weiter spezialisieren.

Sprung ins kalte Wasser

Aktuell arbeitet sie an einer Dokumentation zum Thema Arbeitsvorgänge. „Coronabedingt ist unser ursprünglicher Plan ins Wasser gefallen, kurzfristig konnten wir einen Vorarlberger Intoneur für unseren Dreh gewinnen.“ Für die Umsetzung der fünf bis zehnminütigen Dokumentation haben die Studenten eineinhalb Wochen Zeit. „Für einen hohen Lerneffekt wechseln wir uns mit den Aufgaben ab. So hat jeder die Möglichkeit, sich aktiv in den Bereichen Ton, Kamera, Drehbuch, Assistenz oder auch Regie einzubringen. Wir profitieren sehr von den Praxiserfahrungen und dem umfassenden Feedback im Anschluss. Den Sprung ins kalte Wasser darf man nicht scheuen.“ Durch Covid-19 hat sich die Arbeitssituation der jungen Filmemacher verändert: Neben strengen Sicherheitskonzepten wurden auch die Teams stark verkleinert und Drehorte, wann immer möglich, unter freien Himmel verlegt.

Chancen nutzen

„Im Gegensatz zu den Bereichen wie Regie oder Drehbuch wird die Produktion oftmals unterschätzt. Die Tätigkeiten sind breitgefächert, sie reichen von Buchhaltung, Drehgenehmigungen, Kalkulationen bis zu Budgetverhandlungen. Das Produktionsteam muss auch zur Stelle sein, wenn etwas nicht wie geplant funktioniert.“ Daneben befasst man sich auch mit der Verwertung des Materials. „Es braucht ein Gespür, um zu wissen, welche Themen beim Publikum gut ankommen. Produzenten müssen ihre Zielgruppen gut kennen und wissen, was gerade angesagt ist.“

Die gute Zusammenarbeit mit ihren Studienkollegen und Lehrenden steht für die Studentin an erster Stelle. „Bei einem guten Film merkt man, dass das Team harmoniert hat.“ Während ihres Intermediastudiums hat sie ein Auslandsemester in Chile verbracht, in der Zukunft könnte sich die Filmschaffende gut vorstellen, wieder ins Ausland zu gehen und länderübergreifende Produktionen umzusetzen. In Vorarlberg engagiert sich die 26-Jährige seit mehreren Jahren beim Kurzfilmfestival Alpinale. Daneben bringt sie sich auch bei der Shortynale in Klosterneuburg ein. „Durch mein Studium an der Filmakademie öffnen sich viele Türen und ich habe die Chance, ein Netzwerk aufzubauen, Erfahrungen zu sammeln und mich meinem Berufswunsch weiter anzunähern.“ Miriam Sorko

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