Kultur / 20.11.2020 • 19:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Polly Clark, Tiger, Eisele.

Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde, aggressive Tiere. Aber seit sie in einem kleinen Zoo arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren, dann sie zu verstehen und schließlich verliebt sie sich doch in diese majestätischen Tiere. Frieda begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Sina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird. Eine schlicht gewaltige Geschichte von einem Mann, einer Frau und einem Kind, deren heimlich miteinander verknüpfte Leben tief im Zeichen des Tigers.

Robinsons Tochter, Jane Gardam, Hanser. England 1904 – Polly, mit sechs Jahren schon eine Pflegefamilien-Veteranin, kommt zu ihren frommen Tanten in das gelbe Haus am Meer. Hier gibt es kaum Unterhaltung, aber es gibt Bücher, und lesend entwickelt sich Polly unbemerkt zu einer stillen, unbeugsamen Rebellin. Ein Buch liest sie immer wieder: „Robinson Crusoe“ wird zu ihrem Kompass in jeder Lebenslage. Ihre eigene einsame Insel verlässt Polly Flint nie ganz. Doch am Ende ihres fast ein Jahrhundert umspannenden Lebens wird sie Liebe und Enttäuschung, Depression und rettende Freundschaft kennengelernt und ihre Bestimmung gefunden haben. Ein großer Roman voller hinter gepolsterten Türen verborgener Geheimnisse, so raffiniert und klug, wie nur Jane Gardam sie inszenieren kann.

CoDex 1962, Sjón, S.Fischer.
Liebesgeschichte – Kriminalgeschichte – Science-Fiction. In seiner Trilogie »CoDex 1962« zieht der Isländer Sjón alle erzählerischen Register. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs begegnen sich in einem norddeutschen Gasthof das Zimmermädchen Marie-Sophie und der jüdische Flüchtling Leo Löwe, mit dabei ein Lehmklumpen. Aus diesem erschafft Leo das gemeinsame Kind Josef, da ist die Familie aber schon längst in Island, und wir sind bereits im Jahr 1962, dem Geburtsjahr des Autors Sjón. Der große isländische Erzähler entführt uns in ein unendliches Vexierspiel, in dem vieles Rätsel ist und bleibt und anderes sich auf geniale Weise zusammenfügt. „CoDex 1962“ ist eine isländische „Tausendundeine Nacht“, eine Wundertüte an Geschichten.

Fabio Geda, Ein Sonntag mit Elena, Hanserblau.

Einst reiste er als Ingenieur um die Welt und baute riesige Brücken. Nach dem Tod seiner Frau aber ist es still geworden in der Turiner Wohnung am Fluss. Sein Sohn lebt in Finnland, mit der jüngeren Tochter hat er keinen Kontakt, nur die älteste sieht er ab und zu mit ihrer Familie. An einem Sonntag kocht der ältere Mann ein traditionelles Mittagessen für seine Kinder, doch sie sagen alle in letzter Minute ab. Zufällig lernt er im Park Elena und ihren Sohn kennen und lädt sie spontan zum Essen zu sich ein. Eine Begegnung, die alle drei für immer verändern wird.

Diane Setterfield,

Was der Fluss erzählt

Blessing.

Eine stürmische Winternacht im ländlichen England des späten 19. Jahrhunderts: In der Stube des uralten Gathauses „Swan“ sitzen die Bewohnerinnen und Bewohner des Örtchens Radcot zusammen, als plötzlich ein schwer verletzter Mann mit einem leblosen Mädchen im Arm hereinstolpert, ertrunken in der nahegelegenen Themse . Die Wirtsleute schicken nach der Krankenschwester Rita, die aber nur noch den Tod des Kindes feststellen kann. Stunden später bemerkt sie zu ihrem Erstaunen, dass das Kind atmet und sich bewegt. Ein Wunder? Das Mädchen selbst bleibt stumm, aber schon bald meinen gleich drei Familien in ihm ihr verschwundenes Kind zu erkennen. Eine Spurensuche beginnt, die tief verborgene Geheimnisse ans Licht bringt und Ritas Leben von Grund auf verändert.

Wenn du mich heute wieder fragen würdest, Mary Beth Keane, Eisele.
Als die Gleesons und die Stanhopes in dieselbe Nachbarschaft ziehen, scheinen die Weichen für ein freundschaftliches Miteinander gestellt, sind die beiden Familienväter zudem Kollegen bei der New Yorker Polizei. Lena Gleeson fühlt sich in der neuen Gegend ein wenig einsam und versucht mit Anne Stanhope Freundschaft zu schließen. Doch deren kühle, distanzierte Art verhindert jeden Kontakt. Erst ihre Kinder bringen die Gleesons und die Stanhopes wieder miteinander in Verbindung. Lenas jüngste Tochter Kate und Annes einziger Sohn Peter sind von Anfang an unzertrennlich. Aber ihre aufkeimende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als eine Tragödie beide Familien für lange Zeit auseinanderreißt. Aufwühlend und hoffnungsvoll wie das Leben selbst.

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