Hoffnungsvoller Ausblick auf die Post-Covid-Zeit bei Literaturtagen

Kultur / 22.11.2020 • 20:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Krems Zum Abschluss der Europäischen Literaturtage wurde der mit 10.000 Euro dotierte Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln an die Schriftstellerin A. L. Kennedy (Alison Louise Kennedy, geb. 1965 in Dundee) verliehen – per Live-Schaltung aus Krems. Die Jury zählt ihre Romane zu den künstlerisch wichtigsten Werken der Gegenwartsliteratur. Dafür wurde sie vielfach und u.a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet.

Folgen der Geringschätzung

Zugleich scheut sich A. L. Kennedy nicht, regelmäßig ihre Stimme gegen Intoleranz und Unrecht zu erheben und dabei einzumahnen, dass der Mangel an Menschlichkeit mit dem Mangel an Kultur und der Geringschätzung von Kunst einhergeht. Ihr Engagement für eine tolerantere Welt spannt sich von international beachteten publizistischen Interventionen bis zur Mitarbeit an Projekten in Stadtteilzentren, Gefängnissen oder Krankenhäusern und ist getragen von der Überzeugung, dass Kunst und Literatur das Leben erhellen und dabei helfen können, den Herausforderungen unserer Welt emphatischer zu begegnen.

Zugespielt wurden etwa Grußbotschaften des Kremser Bürgermeisters Reinhard Resch („Ohne Kunst und Kultur wären wir nicht nur still, sondern auch blind“) und Kultur-Staatssekretärin Andrea Mayer („Trotz aller Widrigkeiten haben die Literaturtage den Faden wieder aufgenommen“). Es gratulierten Walter Grond, Leiter der Europäischen Literaturtage, und Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels. Fögers Statement, Kultur sei kein Luxus, sondern begründe die Identität einer Gesellschaft, wurde von Kennedy bekräftigt. Toleranz sei zu wenig, man sollte einander lieben, denn Hass komme immer zurück und wirke zerstörerisch. In diesem Sinne war auch der Text gehalten, den sie las: ein hoffnungsvoller Ausblick auf die Post-Covid-Zeit.

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