Kürzung des Kulturbudgets, Innovationen bei Museen

Kultur / 13.12.2020 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Heimatmuseum Bezau sowie in Au wird eine Sammlung zur Vorarlberger Barockbaukunst eingerichtet. <span class="copyright">Sagmeister</span>
Im Heimatmuseum Bezau sowie in Au wird eine Sammlung zur Vorarlberger Barockbaukunst eingerichtet. Sagmeister

Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink nimmt Stellung zur Kürzung des Kulturbudgets, zu Schwerpunkten 2021 und zu Veranstaltungsverboten.

Bregenz, Bezau Als “unabwendbar” bezeichnet Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink die Kürzung des Kulturbudgets im Jahr 2021. Zehn Prozent über alle Ressorts sei im Sommer dieses Coronajahres noch im Raum gestanden, allerdings nicht vonseiten der Politik, sondern der Finanzabteilung im Amt der Landesregierung, wie sie im Gespräch mit den VN bestätigt. Minus 1,75 Prozent sind nun festgeschrieben. Mit nun 23,4 Millionen Euro nimmt sich die Summe für alle Museen, Theater, Kulturinitiativen, Musik, Festspiele, Kulturvermittlung, bildende Kunst, Kulturvereine, Depots etc. im Vergleich zum Zwei-Milliarden-Gesamtbudget dennoch marginal aus. „Es galt ein Budget zu erstellen, das vor jenen vertretbar ist, die von diesem Geld abhängig sind”, erklärt die für Kultur zuständige Politikerin.

„Es galt ein Budget zu erstellen, das vor jenen vertretbar ist, die von diesem Geld abhängig sind.“

Barbara Schöbi-Fink, Landesstatthalterin

Wie erwartet und wie berichtet heißt das, dass die Einsparungen vor allem die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft (Kuges) betreffen. Die festgelegten Abzüge von rund drei Prozent sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht allerdings mit einem Minus von fünf bis acht Prozent zu berechnen. Mit dieser Zahl konfrontiert, hält Barbara Schöbi-Fink fest, dass es zu “keinem Personalabbau” kommen wird: “Ich darf daran erinnern, dass die Kuges über Rücklagen verfügt.”

Sanierungsfall Landestheater

Dem oftmals angesprochenen Sanierungsbedarf im Landestheater werde man dennoch so weit nachkommen können, dass technische Einrichtungen, die auch der Sicherheit von Publikum und Mitwirkenden dienen, erneuert werden können. Die Pattstellung der letzten Jahre sei mittlerweile durchbrochen, weil es in der Landeshauptstadt Bregenz, der die Immobilie am Kornmarkt gehört, unter dem neuen Bürgermeister Michael Ritsch nun Gesprächsbereitschaft hinsichtlich der Finanzierung notwendiger Umbauten gibt. Was den Spielplan betrifft, vertraut Schöbi-Fink auf die Fähigkeiten von Intendantin Stephanie Gräve, diesen so zu gestalten, dass die gemeinsam mit dem Symphonieorchester Vorarlberg finanzierte Opernproduktion trotz Kürzungen möglich ist.

Barockbaukunst

Zu den Schwerpunkten, die man im kommenden Jahr setzen will, zählt die Einrichtung einer ständigen Präsentation der Sammlung zur Vorarlberger Barockbaukunst in Bezau und Au. Auch die Literatur bzw. die Literaturvermittlung soll mit der Errichtung des Literaturhauses in Hohenems nun gut verankert werden. Das seit Jahren angesprochene Industriemuseum sieht Barbara Schöbi-Fink als Einrichtung an mehreren Orten mit entsprechenden Sammlungsteilen, die miteinander vernetzt sind. Diesbezügliche Entscheidung hätten aber keine Dringlichkeit, auch eine weitere Auflage der 2016 abgehaltenen Kulturenquete werde es wohl erst im Jahr 2022 geben.

Prekäre Arbeit

Schon in der damals erstellten Kulturstrategie wurde auf prekäre Arbeitsverhältnisse verwiesen, die es zu vermeiden gelte. Die Pandemie verstärke die Problemfelder noch, meint die Landesstatthalterin. Eine Arbeitsgruppe befasse sich mittlerweile damit, begleitend dazu gebe es statistische Erhebungen, um die Einkommensverhältnisse zu definieren und den für das Land wichtigen kulturellen Initiativen nicht den Boden zu entziehen. Gefährdet sind sie auch wegen der coronabedingten Veranstaltungsverbote. Mittlerweile müsse auch sie beipflichten, dass die im Herbst angeordnete und für die Veranstalter folgenschwere weitere Reduzierung der Besucherzahl in den Kulturstätten in Vorarlberg mit ihren ohnehin gut ausgearbeiteten Präventionskonzepten epidemiologisch nichts gebracht habe. Sie hoffe nun auf die Mitarbeit und das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung und blicke mit Bangen den Feiertagen entgegen: “Niemand will einen dritten Lockdown.”