Modell- und Testregion Vorarlberg wird kaum Erkenntnisse liefern

Kultur / 14.03.2021 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Unter diesen Auflagen unmöglich: Konzerte des SOV. mathis
Unter diesen Auflagen unmöglich: Konzerte des SOV. mathis

Endlich wieder Live-Aufführungen, doch die Bedingungen bremsen viele Kulturschaffende aus.

Schwarzach Der Lockdown im Kulturbereich, das heißt, das Verbot aller Veranstaltungen, dauert nun schon so lange an, dass die Situation, in der sich die Vorarlberger Kulturschaffenden Anfang November befanden, schon verblasst ist. Maximal 250 Besucher waren im Bundesland bei einer Veranstaltung zugelassen. Ein damals hoher Inzidenzwert veranlasste die Behörden schon Wochen zuvor zu diesem Schritt, der allerdings kaum Wirkung zeigen konnte. Dass die Ansteckungsgefahr bei Kulturveranstaltungen aufgrund strikter Präventionskonzepte sehr gering ist, fand bei der Entscheidung keine Beachtung. Während etwa in der Bundeshauptstadt die Besucherzahl in Theater-, Opern- und Konzerthäuser zu dieser Zeit drei bis vier Mal so hoch sein durfte, provozierte man in Vorarlberg damit nur eine Reihe von Konzertabsagen. 

Das Symphonieorchester (SOV) hat so viele Abonnenten, dass auch eine Aufteilung des Publikums auf zwei Termine nicht möglich war, das Concerto Stella Matutina konnte ein solches Konzept gerade noch managen, ist aber nun ebenso ausgebremst. Maximal 100 Besucher lautet die aktuelle Ansage, mehr konnten Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink in Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium für den Sonderweg im Bundesland mit einem nun geringen Inzidenzwert nicht erwirken. Orchesterkonzerte wird es somit keine geben. Diese sind unter den Öffnungsbedingungen für die Veranstalter schlicht und einfach nicht finanzierbar. 

Was soll da ertestet werden?

Was in der sogenannten Modellregion Vorarlberg ertestet werden soll, wenn nun ab 15. März besagte 100 Besucher – jeweils aktuell negativ getestet, mit FFP2-Masken und Abstand – für ein bis zwei Stunden auf zugewiesenen Plätzen in Sälen sitzen, diese Frage wird unbeantwortet bleiben. Feierlaune, bei der jegliches Verantwortungsbewusstsein über Bord geworfen wird, wäre bei Theaterbesuchern, für die nun einige Ensembles ihre Türen aufgrund der bleibenden abendlichen Ausgangssperre am Nachmittag öffnen, ein neues Phänomen. Davor brauchten sich die Entscheidungsträger nicht zu fürchten. Auch die Kulturbranche mit teuren Lockdowns zu schädigen, weil es andere, sehr populäre Veranstaltungsbereiche gibt, bei denen Disziplin nicht in diesem Maße anzunehmen ist, wäre eine fragwürdige Maßnahme. Unter Kulturschaffenden grassieren diese Vermutungen längst. Man kann sie ihnen nicht verdenken.

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