Beim Kulturgipfel wurden echte Pilotprojekte gefordert

Kultur / 23.03.2021 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Kulturgipfel wurden echte Pilotprojekte gefordert
Der Interessensvertreter und Autor Gerhard Ruiss fordert einen Stufenplan für die Öffnungen im Kulturbereich. APA

Woran es bei den Öffnungen hakt, war zentrales Thema beim ersten Kulturgipfel des Bundes.

Wien, Feldkirch “Die Kulturferne im Gesundheitsministerium hat sich für mich leider bestätigt”, erklärt Gerhard Ruiss nach dem ersten Kulturgipfel des Bundes, bei dem am späten Dienstagnachmittag Vertreter größerer Unternehmen sowie Leiter von kleinen Initiativen und Kulturschaffende digital zusammentrafen. Das Fazit des Autors und Interessensvertreters (IG Autorinnen Autoren) geht nicht mit Resignation einher: “Wir haben ein Forderungspapier erstellt und wir kennen die Möglichkeiten bzw. wir wissen, wie man dranbleibt”, betont er im Gespräch mit den VN. Die Diskussion von Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer mit Vertretern verschiedener Kultureinrichtungen sei sehr wichtig gewesen und habe in dieser Form noch nie vorher stattgefunden. Er selbst hat vehement für einen solchen Gipfel plädiert. Bereits nach Ostern werde es wieder eine größere Plattform geben.

Nur noch den Sommer im Fokus

Dass die Regierung im Grunde nur noch den Sommer im Fokus habe, sei ernüchternd. Ruiss gibt aber zu bedenken, dass die Sommersaison bald beginnt. Man könne nicht nur an Theater denken, die eine mehrwöchige Vorlaufzeit brauchen. “Es muss einen Stufenplan geben. Es geht nicht nur um den Zeitpunkt der Öffnungen, sondern auch um die Größe von Veranstaltungen.” Die Philosophie, dass alles zu bleibt oder alles offen ist, sei nicht haltbar, das müsste längst klar sein.

„Wir brauchen in ganz Österreich wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte.“

Gerhard Ruiss, Autor, Interessensvertreter

In Vorarlberg, dessen Szene Gerhard Ruiss aufgrund seiner jährlichen Teilnahme beim Festival Luaga & Losna gut kennt, sind nun unter strikten Auflagen Veranstaltungen möglich, als Pilotprojekt reiche das aber nicht. “Wenn Berlin es schafft, Pilotprojekte in großer Dimension zu realiseren, dann muss das auch in Österreich möglich sein”, bemerkt er im Hinblick auf Berliner Konzerte vor bis zu tausend Besuchern. “Wichtig ist die wissenschaftliche Begleitung.”

„Wir haben gelernt, wie man sicher veranstaltet und brauchen Ansprechpartner bei Behörden.“

Brigitte Walk, Theatermacherin

Die erfahrene Vorarlberger Theatermacherin Brigitte Walk erwähnt gegenüber den VN, dass man gelernt habe, Covid-sichere Aufführungen umzusetzen. Ohne Berücksichtigung von kleinen Veranstaltungsformaten, die sich vor allem an Jugendliche richten, werde nun aber von oben herab reglementiert. Sie wünscht sich Ansprechpartner bei den Behörden, die sich mit den Vorschlägen Kulturschaffender beschäftigen.