Wo Vorarlberger Künstlern eine Plattform geboten wird

Kultur / 24.03.2021 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wo Vorarlberger Künstlern eine Plattform geboten wird
Künstlerin Uta Belina Waeger und Künstler Albrecht Zauner. YASMIN RITTER

Ausstellung in der Galerie Arthouse: „Ein Bild ist eine Widerspiegelung meiner Gedanken“

Bregenz Fast scheu betrat der eine oder andere Besucher die Galerie Arthouse in der Bregenzer Römerstrasse, als wäre alles neu. Zu lange ist es her, dass wir auf verschiedensten Vernissagen über Kunst, bestenfalls mit dem Künstler selbst, diskutierten. Vielleicht müssen wir uns tatsächlich wieder an Kunst und an die Künstler gewöhnen, was ja hieße, dass man sich Kunst auch abgewöhnen könnte, was wiederum eine schreckliche Fiktion wäre. Jedenfalls ist diese besondere Ausstellung in der Galerie mit 16 ausstellenden namhaften Vorarlberger Malern, Zeichnern und Bildhauern ein Geschenk von Galerist Herbert Alber an alle Kunstinteressierten. Jeweils ein bis drei der neuen Werke der jeweiligen Künstler sind zu sehen. „Der Kunstmarkt ist eingeschlafen, es herrscht wenig Interesse. Die Leute sind wie heruntergefahren. Es ist wichtig, Künstlern wieder eine Plattform zu bieten“, meint Galerist Herbert Alber.

Perfekte Mischung

Ausgesucht hat er sich den Künstler Richard Bösch. Nur ein beseeltes Bild ist für ihn ein gutes Bild, egal ob abstrakt oder figurativ. Hier zeigt er drei seiner abstrakten Arbeiten. Manfred Egender stellt zwei Bildkörper mit Astraglas aus. „Ein Bild ist ein Striptease, eine Widerspiegelung meiner Gedanken“. Hugo Ender zeigt Baumstämme, gezeichnet mit Kreide, Dietmar Fend seine neuesten Tuschzeichnungen, feinst gezeichnete Besonderheiten. Tone Fink zeigt zwei seiner Tierzeichnungen aus der Serie, die er gerade in Wien ausstellt. Marbod Fritsch arbeitet am liebsten mit einfachen Dingen, will aber nicht, dass man diese als einfach erkennt, so hat er die Faszination des Kugelschreibers entdeckt. Maximilian Fohn zeigt Naturabstraktionen mit verschiedenen Techniken, Franz Gassner zeigt ein großformatiges sehr einnehmendes Werk, welches die totale Reduktion zeigt. Für den Künstler ist es wichtig, dass ein Bild zum Klingen kommt, erst dann ist es für ihn fertiggestellt.

Küntler Marbod Fritsch und Galerist Herbert Alber.
Küntler Marbod Fritsch und Galerist Herbert Alber.

Gegenüber hängt das zweite großformatige Bild von Heinrich Salzmann. „Werkstatt Fussenegger“ ist eine Arbeit von mehreren Monaten (Salzmann malt 50 Stunden die Woche), Perfektion bis ins kleinste Detail. Christian Geismayr, der Maler, Grafiker und Philosoph, zeigt zwei Ölbilder, Collagen und ein Selbstporträt, Harald Gfader zeigt Ölbilder und Mischtechniken. Auf Alfred Grafs Bildern lässt sich eine Technik mit Wachs, Sand und Asche erkennen. Der außergewöhnliche Bildhauer und Maler Christoph Lissy zeigt einen Druck von „Totentanz“. Die filigranen Arbeiten der Glaskünstlerin Eva Moosbrugger stehen direkt am Fenster, Uta Belina Waegers einzigartige Stühle „krawatrulli“ und „Auf Rosen gebettet“ sind eine Fortsetzung ihrer Stuhlserie im Vorarlberg Museum. Der Bildhauer und Zeichner Albrecht Zauner präsentiert zwei kleinere Skulpturen (die größeren sind vielerorts in Vorarlberg zu sehen. In der Folgeausstellung werden übrigens ausschließlich Arbeiten von Künstlerinnen zu sehen sein. Yas

Die Ausstellung in der Galerie Arthouse in Bregenz, Römerstraße 11, ist bis 24. April, Mo bis Fr, 14 bis 18 Uhr, Sa, 10 bis 12 Uhr, geöffnet.

Künstler Manfred Egender und Christopn Lissy.
Künstler Manfred Egender und Christopn Lissy.
Künstlerin Eva Moosbrugger.
Künstlerin Eva Moosbrugger.

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